Persönliche Faktoren mit Auswirkung auf den Kreditzins

Übersicht: die wichtigsten persönlichen Faktoren, die sich auf den Kreditzins auswirken 

Kredite und Darlehen werden zu unterschiedlichen Zinssätzen vergeben. Dabei gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren, die darüber bestimmen, wie hoch die Zinsen, die die Bank veranschlagt, letztlich ausfallen. 

Zu diesen Faktoren gehören beispielweise der aktuelle Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank und auch das Zinsniveau, das allgemein an den Märkten herrscht. Daneben gibt es aber noch die sogenannten persönlichen Einflussfaktoren. 

Damit sind die individuellen Faktoren des jeweiligen Kreditnehmers gemeint und sie werden zu Rate gezogen, um das Kreditrisiko dieses Kreditnehmers bewerten zu können. Je höher das Kreditrisiko ist, also je größer die Bedenken der Bank sind, dass der Kreditnehmer den Kredit möglicherweise nicht ordnungsgemäß bedienen kann, desto höher fällt auch der Kreditzins aus. Somit ist ein höherer Kreditzins letztlich nichts anderes als ein Ausgleich des als höher eingeschätzten Risikos für die Bank. 

Welches nun aber die wichtigsten persönlichen Faktoren sind, die sich auf den Kreditzins auswirken, fasst die folgende Übersicht zusammen:  

Die Schufa

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren überhaupt ist die Schufa-Auskunft. Diese ermöglicht den Banken, die Bonität des Kreditnehmers zu beurteilen, also abzuschätzen, wie es um seine Kreditwürdigkeit bestellt ist. Für die Banken sind dabei letztlich alle Eintragungen interessant.

So lassen beispielsweise Verträge, die ordnungsmäßig bedient werden, auf Zuverlässigkeit schließen. Gleichzeitig lassen die Eintragungen aber auch Rückschlüsse auf die monatlichen Ausgaben zu. Noch etwas interessanter sind allerdings mögliche Negativeinträge, die die Kreditwürdigkeit empfindlich sinken lassen. Das Rating- und Punkteverfahren der Schufa ist aber nicht ganz unumstritten.

Dies liegt daran, dass zum Teil Faktoren auf die Beurteilung einwirken, die nur bedingt mit dem Kreditnehmer zu tun haben. So kann sich beispielsweise die Anschrift des Kreditnehmers negativ auswirken. Dies ist dann der Fall, wenn der Kreditnehmer in einem Stadtteil oder einer Region wohnt, in der überdurchschnittlich viele Personen negative Schufa-Auskünfte haben.   

Das Einkommen, die Einnahmen und die Ausgaben

Neben der Schufa-Auskunft spielt auch das monatliche Einkommen eine überaus wichtige Rolle. Grundsätzlich gilt dabei, dass der Kredit umso sicherer scheint, je höher das Einkommen ist und damit folglich dann auch der Zinssatz sinkt. Allerdings sagt die Einkommenshöhe alleine noch nicht viel über die tatsächliche Finanzkraft aus, denn neben den Einnahmen müssen immer auch die Ausgaben beachtet werden. 

Jemand, der viel Geld verdient, aber gleichzeitig auch sehr hohe Ausgaben hat, hat letztlich auch nicht mehr Geld zur Verfügung als jemand mit geringem Einkommen, aber auch nur geringen Ausgaben. 

Es geht also im Grunde genommen darum, wie viel Geld monatlich zur freien Verfügung steht und wie viel dieses Geld für die monatliche Kreditrate verwendet werden müsste.   

Das Alter, der Familienstand und der Beruf

Für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit und damit für die Höhe des Zinssatzes sind auch einige sehr persönliche Kriterien von Bedeutung. Eines dieser Kriterien ist das Alter des Kreditnehmers. Dies liegt daran, dass die Banken die Annahme zugrunde legen, dass die Risiken mit zunehmendem Alter steigen. So erkranken ältere Menschen statistisch gesehen häufiger als junge Menschen, was zu einem Arbeitsplatzverlust und vor allem zu finanziellen Einbußen führen kann, die dann wiederum die Rückzahlung des Kredites gefährden könnten. 

Zudem nimmt auch das Todesfallrisiko zu. Ein anderes Kriterium ist der Familienstand. Auch hier geht es im Grunde genommen wieder darum, wie sicher das Einkommen ist, das der Kreditnehmer erwirtschaftet und für die Rückzahlung des Kredites benötigt. Hintergrund ist, dass ein verheirateter Familienvater aufgrund der Vorgaben des Arbeitsrechts weniger gefährdet ist, seinen Job zu verlieren, als ein Single. In diesem Zusammenhang spielt aber auch der Beruf selbst eine Rolle. 

So wird ein qualifizierter und erfahrener Facharbeiter vermutlich weniger gefährdet sein, seinen Arbeitsplatz zu verlieren oder schlimmstenfalls schneller wieder einen neuen Job finden, als eine ungelernte Hilfskraft. 

Besonders gern gesehene Kunden sind dabei übrigens Beamte, denn sie bringen in aller Regel von Haus aus ein lebenslang sicheres Einkommen mit.  

Das Vermögen und die Sicherheiten

Natürlich wirkt sich vorhandenes Vermögen sehr positiv auf den Kreditzins aus, denn das Vermögen kann den Kredit absichern und so das Ausfallrisiko deutlich senken. Als Vermögenswerte im Sinne einer Kreditsicherung kommen beispielsweise Immobilien, Sparguthaben, Aktien oder auch wertvolle Kunstgegenstände in Frage. 

Solche Vermögenswerte können im Ernstfall verwertet und die Erlöse für die Tilgung des Kredites verwendet werden. Aber auch wenn Sicherheiten den Kreditzins senken können, ist es nicht unbedingt sinnvoll, der Bank zu viel anzubieten. Grundsätzlich wird eine Bank nämlich zunächst einmal alles dankend annehmen, was ihr angeboten wird, auch wenn dies vielleicht nicht unbedingt notwendig wäre. 

Insbesondere im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen und hohen Darlehenssummen ist es die bessere Lösung, zumindest einen Teil der Sicherheiten für die eigene Absicherung im Ernstfall zurückzubehalten.

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