Die wichtigsten Fakten zur Lebensversicherung

Die wichtigsten Fakten rund um die Lebensversicherung 

Statistiken zufolge verfügt jeder Deutsche durchschnittlich über 1,12 Lebensversicherungsverträge und zu den über 90 Millionen Lebensversicherungen kommen unzählige Zusatzversicherungen für beispielsweise die Berufsunfähigkeit oder den Hinterbliebenenschutz hinzu. 

Solche Zahlen sind zwar überaus beeindruckend, müssen aber nicht unbedingt ein Indiz dafür sein, dass es sich bei der Lebensversicherung um ein sinnvolles Produkt für jeden handelt.

Genauso könnten die Zahlen auch einfach nur belegen, dass Lebensversicherungen besonders erfolgreich vertrieben werden. Dass Lebensversicherungen zu den Lieblingsprodukten von Versicherungsvertretern gehören hat dabei auch einen recht einfachen Grund, denn bei kaum einem anderen Produkt sind ähnlich hohe Provisionen möglich. 

Die Lebensversicherung gehört zu den Anlageprodukten, die als sehr sicher gelten und daher auch im Zusammenhang mit der privaten Altersvorsorge eine große Rolle spielen. Aber es gibt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Lebensversicherungen, sowohl im Hinblick auf die Modelle als auch im Hinblick auf die Rentabilität und die Kosten. Vor dem Abschluss eines Lebensversicherungsvertrages ist daher ein sorgfältiger Vergleich sinnvoll und wichtig.

Und hier alles Wissenswerte sowie die wichtigsten Fakten rund um die Lebensversicherung auf einen Blick:

Die Leistungen der Lebensversicherung

Die klassische Kapitallebensversicherung ist vom Grundprinzip her mit einem Sparbuch vergleichbar. Der Versicherungsnehmer zahlt regelmäßig Beiträge ein, die zusammen mit der garantierten Verzinsung und möglichen Überschüssen dann zum Vertragsende wieder ausbezahlt werden. 

Da die Kapitallebensversicherung meist über einen sehr langen Zeitraum abgeschlossen wird, handelt es sich dabei also um eine langfristige Geldanlage. Gleichzeitig bietet die Lebensversicherung aber auch einen Risikoschutz für die Hinterbliebenen. 

Verstirbt der Versicherungsnehmer vor Ablauf des Versicherungsvertrages, wird die vereinbarte Versicherungssumme an seine Hinterbliebenen ausbezahlt, wobei der Versicherungsnehmer den oder die Begünstigten frei auswählen kann. Meist erhöht sich die Versicherungssumme dabei zusätzlich, wenn der Versicherungsnehmer bei einem Unfall ums Leben kommt.  

Die unterschiedlichen Modelle von Lebensversicherungen

Die klassische Kapitallebensversicherung gibt es in zwei grundlegenden Modellen. Zum einen gibt es die Variante, bei der die Versicherungsleistung am Ende der Vertragsleistung in Form eines Einmalbetrages ausbezahlt wird.

Zum anderen gibt es Rentenpolicen. Auch hier zahlt der Versicherungsnehmer während der Vertragslaufzeit regelmäßig Beiträge ein, am Ende der Laufzeit erfolgt aber keine Einmalzahlung, sondern eine monatliche Rente. Die Bezugsdauer der Rente wird jedoch in aller Regel für eine bestimmte Laufzeit vereinbart. 

Das bedeutet, die Rentenzahlungen erfolgen nur solange, wie es vertraglich festgelegt wurde, unabhängig davon, wie alt der Versicherungsnehmer tatsächlich wird. Wurde beispielsweise eine Bezugsdauer bis zum 90. Lebensjahr vereinbart, enden zu diesem Zeitpunkt auch die Zahlungen, selbst wenn der Versicherungsnehmer 100 Jahre alt wird. Verstirbt er hingegen wenige Monate nach Bezugsbeginn, wird das einbezahlte Geld an die Hinterbliebenen ausbezahlt. 

Kann der Versicherungsnehmer wählen, welche Auszahlungsform er wünscht, also ob als Einmalbetrag oder als Monatsrente, wird im Fachjargon vom Kapitalwahlrecht gesprochen. Neben den klassischen Lebensversicherungen gibt es fondsbasierte Modelle. 

Diese sind vom Prinzip her ähnlich. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass die Versicherer das einbezahlte Kapital nicht in sichere Anlagen wie Staatsanleihen, Pfandbriefe oder Immobilien investieren, sondern in Aktien- und Rentenfonds anlegen. Dadurch sind etwas höhere Renditen möglich, gleichzeitig steigen aber auch die Risiken.

Eine andere Variante besteht in Risikolebensversicherungen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Kapitalanlage, sondern um eine reine Risikoversicherung. Der Versicherungsnehmer zahlt regelmäßig Beiträge ein und die vereinbarte Versicherungssumme wird an seine Hinterbliebenen ausbezahlt, wenn er vor Vertragsablauf verstirbt. 

Erlebt der Versicherungsnehmer das Vertragsende, wird keine Versicherungsleistung fällig. Eine solche Risikolebensversicherung ist sehr günstig und daher als Absicherung für junge Familien oder auch für Immobilienbesitzer sehr sinnvoll. Kombiniert werden können Lebensversicherungen meist mit Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, allerdings sind Kombipolicen häufig deutlich teurer als Einzelpolicen.  

Lebensversicherungen und die Steuer

Auch wenn die Erträge aus Lebensversicherungen seit 2005 nicht mehr steuerfrei sind, so bieten Lebensversicherungen nach wie vor Steuervorteile. Bei klassischen Kapitallebensversicherungen, die mindestens zwölf Jahre lang liefen und erst nach dem 60. Lebensjahr ausbezahlt werden, müssen die Erträge zwar versteuert werden. 

Bei den Erträgen handelt es sich um die Differenz zwischen der eingezahlten und der ausbezahlten Summe. Allerdings werden die Erträge nur mit dem halben persönlichen Steuersatz besteuert. Dieser liegt selbst bei sehr vermögenden Personen bei 22,5 Prozent und damit niedriger als die Abgeltungssteuer, die bei vielen anderen Anlageformen zum Tragen kommt. 

Zudem können die Beiträge, die während der Laufzeit einbezahlt werden, steuerlich geltend gemacht werden. 

Lebensversicherungen und die Kosten

Ein großer Nachteil von Lebensversicherungen liegt in den verhältnismäßig hohen Kosten, die vor allem in den ersten Jahren in Erscheinung treten. Bei klassischen Lebensversicherungen werden zehn Prozent der Beiträge für den Risikoschutz verwendet, bis zu 15 Prozent verwenden die Versicherer, um ihren eigenen Verwaltungsapparat und die Vertriebskosten zu finanzieren. 

Für den Versicherungsnehmer bedeutet das, dass nur drei Viertel seiner Beiträge als Sparanteil anlegt und damit auch verzinst werden. Hinzu kommt, dass die Kosten hauptsächlich zu Beginn der Laufzeit gedeckt werden. Daher steigt das Guthaben in den ersten Jahren nur sehr langsam an und wer seine Lebensversicherung in einer frühen Phase kündigt, erhält meist sehr viel weniger Geld zurück als er einbezahlt hat. 

Etwas kostengünstiger als klassische Versicherer sind Direktversicherungen, da hier die Kosten für die Verwaltung und den Vertrieb geringer ausfallen. Im Gegenzug muss der Kunde auf eine persönliche Betreuung durch einen Versicherungsvertreter aber in aller Regel verzichten.

Die Auszahlung

Die Summe, die eine Lebensversicherung auszahlt, setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Zum einen gibt es die fest vereinbarte Versicherungssumme, die sich aus dem einbezahlten Geld und der garantierten Verzinsung ergibt. Verzinst wird dabei der Sparanteil des Beitrags, also der Beitrag nach Abzug von Gebühren und Risikoanteilen. 

Der Garantiezins ist dabei in den letzten Jahren aber immer weiter gesunken. Während er vor einigen Jahren bei rund vier Prozent lag, beträgt er derzeit nur noch 2,25 Prozent und den Erwartungen zufolge soll er nochmals auf 1,75 Prozent gesenkt werden. Aufgestockt wird die Auszahlungssumme durch mögliche Überschussbeteiligungen. 

Erzielt der Versicherer Gewinne, beteiligt er die Versicherungsnehmer daran. Die mögliche Summe, die bei Vertragsabschluss benannt wird, gibt allerdings nur die Erwartungen wieder. Während die garantierte Versicherungssumme also auf jeden Fall ausbezahlt wird, kann die erwartete Versicherungssumme später dann auch deutlich geringer ausfallen.

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