Gebührenfallen bei Finanzprodukten

Die typischen Gebührenfallen bei Finanzprodukten 

Bei der Auswahl eines geeigneten Finanzproduktes stehen meist die Faktoren Rendite und Sicherheit im Vordergrund. Ein Anleger oder Sparer beschäftigt sich also in erster Linie damit, wie sicher sein Geld angelegt ist, welche Rendite im günstigsten Fall erzielt werden kann und wie hoch die möglichen Verluste sind, die er schlimmstenfalls in Kauf nehmen muss. 

Was viele Anleger und Sparer dabei aber übersehen, ist, dass auch im Zusammenhang mit Finanzprodukten die alte Kaufmannsregel gilt, dass der Gewinn im Einkauf liegt.

Mindestens genauso wichtig wie die mögliche Rendite sind somit auch die Kosten und Gebühren, die für das Finanzprodukt anfallen. Banken, Kreditinstitute, Fondsgesellschaften und Versicherungen erheben unterschiedliche Gebühren, die die versprochene Rendite im Nachhinein deutlich schmälern können.

Nun weiß sicherlich jeder, dass der Zinssatz für einen Dispokredit beispielsweise recht großzügig bemessen ist. Wird nur kurzfristig Kapital benötigt, ist ein Dispokredit zweifelsohne eine komfortable Lösung, bei größeren Summen oder über einen längeren Zeitraum gibt es aber sehr viel kostengünstigere Alternativen. Nicht bei allen Finanzprodukten sind die Kosten allerdings so offensichtlich wie bei einem Dispokredit, sondern werden teils erst bei einem sehr genauen Blick in die Vertragsbedingungen deutlich.

Um künftig nicht mehr zu bezahlen als notwendig, hier einige der typischen Gebührenfallen bei Finanzprodukten in der Übersicht: 

Gebührenfalle kostenloses Girokonto

Zahlreiche Werbekampagnen fragen den Kunden in regelmäßigen Abständen, weshalb er noch immer Gebühren für sein Girokonto bezahlt, wo es doch mittlerweile kostenlose Girokonten gibt. Tatsächlich bieten auch zahlreiche Filial- und Direktbanken kostenlose Girokonten an, allerdings heißt kostenlos nicht immer und für jeden Kunden, dass nicht doch Kosten entstehen. 

Wirklich kostenlos ist ein Girokonto in den meisten Fällen nämlich nur dann, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Diese können darin bestehen, dass jeden Monat ein bestimmter Geldeintrag eingehen muss, dass das Konto ausschließlich online geführt wird, dass der Kunde auf eine Kreditkarte verzichtet oder dass eine bestimmte Anzahl an Transaktionen nicht überschritten wird. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, werden teils ordentliche Aufschläge in Rechnung gestellt. 

Um böse Überraschungen zu vermeiden, lohnt sich also ein sorgfältiger Blick in die Vertragsbedingungen, denn andernfalls kann das eigentlich kostenlose Girokonto letztlich teurer werden als ein Konto, für das Kontoführungsgebühren erhoben werden. 

Gebührenfalle Service-Hotline

Direktbanken bieten zweifelsohne einige Vorteile. So fallen die Gebühren in aller Regel niedriger aus als bei Banken mit Filialnetz und Direktbanken haben rund um die Uhr geöffnet. Problematisch kann es allerdings werden, wenn der Bankkunde eine Frage hat, die er trotz sorgfältiger Recherche nicht selbst beantworten kann oder die so dringend ist, dass er keine Antwort per E-Mail abwarten möchte.

In aller Regel gibt es für diesen Fall zwar Service- oder Kunden-Hotlines, allerdings kann der Anruf im Kundencenter lange dauern und teuer werden. Vor allem wenn die Direktbank die Rolle der Hausbank übernehmen soll, ist es somit sinnvoll, im Vorfeld zu überprüfen, welche Kontaktmöglichkeiten es gibt und wie teuer diese sind.  

Gebührenfalle Kreditkarte

Es ist sehr praktisch und bequem, im Urlaub mit der Kreditkarte zu bezahlen. Das mitgenommene Bargeld kann so während der Shoppingtour nämlich im sicheren Hotelsafe verbleiben und zudem entfällt, je nach Land, auch der Umtausch in eine fremde Währung. Die böse Überraschung kann dann aber mit der nächsten Kreditkartenabrechnung kommen. 

Auch wenn bei Zahlungen im Inland keine Gebühren erhoben werden, heißt das nicht automatisch, dass die Kartennutzung im Ausland ebenfalls gebührenfrei ist. Hinzu kommt, dass viele Anbieter zwischen der Euro-Zone und anderen Weltzonen unterscheiden und hier noch einmal verschiedene Gebührensätze veranschlagen. Damit sich das Urlaubsschnäppchen im Nachhinein nicht als teurer Spaß herausstellt, lohnt sich also vorab ein Blick auf die Kostentabelle. 

Sinnvoll ist außerdem, zu überprüfen, welche Kosten entstehen, wenn die ec-Karte genutzt wird, denn teilweise ist dies die kostengünstigste Variante.  

Gebührenfalle Fonds

Fonds bieten gleich zwei Gebührenfallen. Die erste Gebührenfalle ist der sogenannte Ausgabeaufschlag, der bei Aktienfonds meist bei etwa fünf Prozent und bei Rentenfonds bei etwa drei Prozent liegt. Erhoben wird der Aufschlag für die Beratung und die Vermittlung des Fonds. Oft fällt die Beratung aber recht überschaubar aus, denn viele Banken bieten keine individuellen Lösungen an, sondern arbeiten mit Standardprodukten. 

Verfügt der Anleger über genug Wissen und kann er auf eine persönliche Beratung verzichten, kann er den Ausgabeaufschlag einsparen. Direktbanken und reine Fondsvermittler bieten die gleichen Fonds oft günstiger oder sogar ohne Aufschlag an. Nun gibt es aber auch bei klassischen Banken mit den sogenannten No-Lead-Funds Fonds ohne Ausgabeaufschlag. 

Hier lauert allerdings die zweite Gebührenfalle, denn bei solchen Fonds werden anstelle von Aufschlägen höhere Verwaltungskosten erhoben. Während die Ausgabeaufschläge nur einmalig beim Kauf der Fondsanteile anfallen, werden die Verwaltungsgebühren jährlich in Rechnung gestellt und durch die höheren Gebührensätze können die auf den ersten Blick günstigen Fonds letztlich sogar teurer sein.  

Gebührenfalle Dachfonds

Ein Investment in Dachfonds ist vor allem für sicherheitsbewusste Anleger interessant, denn Dachfonds streuen die Risiken in zweierlei Hinsicht. Investiert ein Anleger in einen Dachfonds, verteilt der Dachfondsmanager das angelegte Kapital auf unterschiedliche Einzelfonds wie beispielsweise Branchen-, Immobilien- oder Rentenfonds. 

Diese Einzelfonds werden wiederum von den jeweiligen Fondsmanagern gemanagt. Dadurch ergibt sich nun die doppelte Risikostreuung, denn zum einen ist das angelegte Kapital auf unterschiedliche Fonds verteilt und zum anderen verteilen die Einzelfonds das Kapital ein weiteres Mal auf unterschiedliche Objekte. 

Diese doppelte Sicherheit ist zunächst ein Vorteil, führt aber gleichzeitig auch zu doppelten Gebühren. Neben den einmaligen Ausgabegebühren fallen nämlich sowohl jährliche Kosten für das Management des Dachfonds als auch die Jahresgebühren für die Einzelfonds an. Wer trotz Sicherheit nicht zuviel von seiner möglichen Rendite für die Gebühren verwenden möchte, sollte sich daher für einen Dachfonds entscheiden, der das Kapital in passiv verwaltete, kostengünstige Indexfonds investiert.

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