Ausführliche Infos zu Gold als Geldanlage, Teil II

Ausführliche Infos zu Gold als Geldanlage, Teil II

Gold gilt seit jeher als solide und beständige Währung. Vor allem in wirtschaftlich unsicheren Zeiten setzen Anleger verstärkt auf Sachwerte. Sie investieren weniger in Sparprodukte und Aktien, sondern kaufen eher Immobilien oder eben Edelmetalle. Denn während Geldwerte eine Entwertung erleben können, ist bei Sachwerten sehr unwahrscheinlich, dass sie plötzlich gar nichts mehr oder nur sehr wenig wert sind.

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Ausführliche Infos zu Gold als Geldanlage, Teil II

Doch eine hohe Nachfrage lässt die Preise nach oben klettern. So hatte der Goldpreis zuletzt während der Corona-Pandemie Rekordwerte erreicht. Und spätestens dann stellt sich die Frage, wie gut sich Gold als Geldanlage wirklich eignet. Wir haben dazu einen ausführlichen Ratgeber erstellt.

Dabei haben wir in Teil I beantwortet, ob Gold eine sichere Geldanlage ist und inwiefern eine Anlage Sinn macht. Außerdem haben wir beleuchtet, was für und was gegen ein Investment in Gold spricht. Nun schauen wir uns an, welche Möglichkeiten es gibt, wenn der Anleger in Gold investieren möchte. Dabei starten wir mit Goldbarren und Goldschmuck.

Goldbarren und Goldmünzen

Um Gold als wertbeständige Anlage zu kaufen oder auch zu verschenken, sind Anlagemünzen und Goldbarren eine naheliegende Lösung. Immerhin hat der Anleger so sein Gold buchstäblich in der Hand.

Der Preis für Goldmünzen

Goldmünzen bestehen in aller Regel aus Feingold und damit aus 999er Gold. Bei neu herausgegebenen Münzen bewegt sich der Preis meist sehr nah an dem Wert des Goldes, den sie enthalten.

Goldmünzen sind mit dem Gewicht von einer ganzen Unze erhältlich. Eine Unze entspricht 31,1 Gramm. Im Frühjahr 2021 betrug der Preis für eine Unze rund 1.500 Euro. Allerdings ändert sich der Goldpreis an jedem Börsentag.

Neben Goldmünzen zu einer Unze werden auch Münzen gehandelt, die weniger wiegen. Andersherum sind gängige Goldbarren zwischen 50 und 1.000 Gramm schwer.

Eine Variante von Goldmünzen sind die sogenannten Sammlermünzen. Sie werden üblicherweise in einer sehr kleinen Auflage verkauft. Weil es sich dadurch um seltene Sammlerstücke handelt, übersteigt der Preis für Sammlermünzen den eigentlichen Goldwert mitunter deutlich.

Der Kauf von Goldmünzen

Möchte der Anleger Goldmünzen kaufen, kann er sich an Banken und an Edelmetallhändler wenden. Banken verkaufen Gold aber zum Teil nur an eigene Bankkunden und kaufen das Gold später mitunter nicht wieder zurück. Der Anleger sollte sich deshalb erkundigen, ob er seine Goldmünzen eventuell an gleicher Stelle auch wieder abgeben kann.

Weil ein Anbieter am Goldhandel natürlich etwas verdienen möchte, ist der Verkaufspreis, den der Anleger bezahlt, höher als der Ankaufspreis, zu dem der Händler Gold vom Anleger abkauft.

Die Differenz liegt im Durchschnitt bei ungefähr fünf Prozent je Unze. Je leichter eine Münze oder ein Goldbarren ist, desto größer ist der Unterschied. Damit der Anleger möglichst viel Gold für sein Geld bekommt, sollte er deshalb besser eine oder zwei schwerere Münzen kaufen als viele kleine und leichte.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass für den Goldhandel keine besondere Zulassung notwendig ist. Deshalb tummeln sich leider einige schwarze Schafe auf dem Markt, die keinen seriösen Handel betreiben oder zum Beispiel Fälschungen verkaufen.

Der Anleger sollte sich daher nicht von Angeboten blenden lassen, sondern auf vertrauenswürdige, namhafte Händler setzen.

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Die Aufbewahrung und der Verkauf von Goldmünzen

Seine Goldmünzen oder Goldbarren kann der Anleger natürlich zu Hause aufbewahren, zum Beispiel in einem Tresor. Allerdings sollte er dann abklären, ob seine Hausratversicherung im Fall eines Diebstahls greift. Mitunter kann es notwendig sein, die Absicherung für Wertsachen zu erhöhen.

Eine andere Möglichkeit ist, das Gold in einem Bankschließfach zu deponieren. Die Kosten dafür beginnen bei ungefähr 60 Euro pro Jahr, können je nach Bank aber auch deutlich höher sein. Auch hier ist wichtig, abzuklären, bis zu welchem Wert die Bank für den Inhalt des Schließfachs haftet.

Ob und wann der Anleger seine Goldmünzen oder -barren wieder verkauft, bleibt letztlich seiner Entscheidung überlassen. Niemand kann seriös vorhersagen, wie sich der Goldpreis in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird. Der Ankaufspreis, den der Händler dem Anleger bezahlt, liegt so gut immer etwas unter dem aktuellen Verkaufspreis. Kauft der Anleger eine Goldmünze und verkauft diese sofort wieder, macht er also in aller Regel ein Verlustgeschäft.

Goldschmuck

Anders als Münzen und Barren besteht Goldschmuck in aller Regel nicht aus Feingold. Stattdessen handelt es sich um Legierungen, für die das Gold mit anderen Metallen wie Kupfer, Silber oder Platin gemischt ist. Die gängigste Legierung bei Schmuck ist 585er Gold. Das entspricht einem Goldanteil von 58,5 Prozent. Daneben ist Schmuck aus 333er und 750er Gold verbreitet.

Der Goldwert von Schmuck

Bei Goldschmuck ergibt sich der Preis nicht nur aus dem Wert des enthaltenen Goldes. Stattdessen fließen auch die Verarbeitungs- und Herstellungskosten, das Design und die Gewinnmarge des Juweliers ein. Tatsächlich macht der eigentliche Goldwert oft nicht einmal die Hälfte des Preises von einem Schmuckstück aus.

Vor einem Schmuckkauf sollte sich der Anleger grundsätzlich über den aktuellen Goldpreis informieren. Wie teuer ein Gramm Gold aktuell ist, steht unter anderem in der Zeitung und auf den Internetseiten von Direktbanken und Börsen.

Der Wechselkurs, mit dem der Goldpreis von US-Dollar in Euro umgerechnet werden muss, ist dort ebenfalls angegeben.

Bei Goldschmuck muss der Anleger dann beachten, dass er kein reines Gold kauft und ein Gramm Schmuck folglich weniger wert ist. Ein Beispiel: Angenommen, ein Gramm Gold wird aktuell mit 50 Euro gehandelt.

Bei einem Schmuckstück aus 585er Gold ist ein Gramm aber nur 58,5 Prozent des Goldpreises wert, in unserem Beispiel also rund 29 Euro.

Damit der Anleger nicht ein Vielfaches es tatsächlichen Materialwertes bezahlt, sollte er den Juwelier nach dem Gewicht und dem Feingoldanteil des Schmuckstücks fragen. Außerdem sollte er sich erkundigen, welche Metalle für die Legierung verwendet wurden. Denn je nach Zusammensetzung kann eine Legierung einen hohen Wert haben.

Goldschmuck als Geldanlage

Weil bei Schmuck der Aufpreis auf den tatsächlichen Goldwert mitunter sehr hoch ist, eignet sich Goldschmuck als Geldanlage weniger gut. Goldmünzen und Goldbarren sind da die bessere Wahl.

Andererseits hat Schmuck oft einen immateriellen Wert. Ein schöner Ring oder eine hübsche Kette macht als Geschenk häufig eine weit bessere Figur als eine schnöde Goldmünze.

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Simon Schubert, 48 Jahre, Finanzberater, Timo Sustack, 39 Jahre Finanzwirt, Elke Husung, 42 Jahre, Senior Finance Managerin und Christian Gülcan als Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzangelegenheiten, Geldanlagen, Finanzierungen und Bankwesen.

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