Fehler bei Geldanlagen und Finanzprodukten

Die häufigsten Fehler bei Geldanlagen und Finanzprodukten 

Es ist in den letzten Jahren nicht wirklich einfacher geworden, sich im Dschungel der Geldanlagen und Finanzprodukte zurechtzufinden. So gibt es nicht nur ständig neue und modernisierte Produkte auf dem Markt, sondern auch die Anzahl an Anbietern ist deutlich gestiegen. 

Die große Vielfalt und die für sich mitunter recht komplexen Produkte tragen nicht gerade dazu bei, dass es dem Verbraucher leicht fällt, die richtige Wahl zu treffen. Die Fehler, die beim Investieren auftreten, haben unterschiedliche Gründe.

In vielen Fällen ist das eigentliche Produkt gar nicht so schlecht, nur passt es oft einfach nicht zu den Zielen des Anlegers. Die meisten Fehler beim Investieren sind außerdem eher grundsätzliche Fehler, wobei die gute Nachricht ist, dass sich diese Fehler recht einfach vermeiden lassen.

Hier die häufigsten Fehler bei Geldanlagen und Finanzprodukten auf einen Blick:

Fehlendes Wissen und Gier

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, dass der Anleger sein Wissen überschätzt. Zwei, drei abgeschlossene Verträge und einige aufmerksam studierte Prospekte machen einen Verbraucher noch lange nicht zu einem Experten für Finanzprodukte. Basiswissen ist zwar hilfreich und unbedingt erforderlich, kann aber schnell zu leichtfertigen Entscheidungen führen, wenn es für umfangreicher gehalten wird, als es tatsächlich ist. 

Wichtig ist daher, Finanzprodukte sehr genau zu überprüfen und dabei auch auf die jeweiligen Details zu achten, die selbst bei ähnlichen Produkten sehr unterschiedlich ausfallen können. Ein weiterer sehr häufiger Fehler ist Gier. 

Natürlich möchte jeder Anleger möglichst hohe Gewinne erzielen. Viele Verbraucher vergessen dabei aber, dass höhere Renditechancen immer auch höhere Risiken bergen. Wer einen Totalverlust verschmerzen kann, muss sich um die Risiken keine Sorgen machen, sondern kann auch in hochriskante Produkte investieren. Für alle anderen gilt, dass sie im Zweifel zugunsten der Sicherheit lieber auf den einen oder anderen Prozentpunkt Rendite verzichten sollten.

Blindes Vertrauen

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, sich von einem Bank- oder Anlageberater beraten zu lassen und in den meisten Fällen kann die Beratung durchaus als gut und sinnvoll bewertet werden. Aber ein Fehler ist, dem Berater blindes Vertrauen entgegenzubringen. Dies liegt schlichtweg daran, dass ein Bankberater für eine Bank tätig ist und der Verkauf von Produkten zu seinen wesentlichen Aufgaben gehört.

Dass der Berater zudem immer auch seine eigene Provision im Hinterkopf hat und insofern zuerst an seinen Auftraggeber, dann an sich und erst zum Schluss an den Kunden denkt, dürfte damit nachvollziehbar sein. Ein weiterer Fehler, der in diesem Zusammenhang häufig passiert ist, dass sich ein Anleger unter Druck setzen lässt. 

Nicht selten schwärmen Berater von sicheren und rentablen Produkten, die angeblich so gut sind, dass sie nur für sehr kurze Zeit und in geringer Menge angeboten werden können. Der Kunde möchte sich dieses Traumangebot natürlich nicht entgehen lassen und unterschreibt. Grundsätzlich sei gesagt, dass es keine einmaligen Wunderprodukte gibt, die immer und garantiert Traumrenditen einbringen und zu jeder Anlagestrategie passen. 

Der Anleger sollte sich immer die Zeit nehmen, ein Produkt genau zu überprüfen und neben den Chancen auch die Risiken abzuwägen.  

Bauchgefühle

Richtig ist, dass sich ein Anleger nur dann für ein Produkt entscheiden sollte, wenn er ein gutes Gefühl dabei hat. Falsch ist jedoch, sich vollständig von Gefühlen leiten zu lassen, denn Bauchgefühle und Geld passen einfach nicht so wirklich zusammen. Die anfängliche Begeisterung kann sehr schnell verfliegen, wenn der Anleger die versteckten Kosten wie Bearbeitungsgebühren oder Abschlussprovisionen wahrnimmt, die der Berater nicht erwähnt hatte und die jetzt die versprochene Rendite deutlich schmälern. 

Gleiches gilt, wenn sich die Anlage nicht wie erwartet entwickelt und der Anleger anstelle von Gewinnen bestenfalls noch seine Investition wieder rausbekommt. Sehr viel häufiger lassen sich Anleger aber von Panik leiten. Bloß weil Kurse vorübergehend fallen, werden Wertpapiere schnell verkauft oder langfristige Anlagen vorzeitig aufgelöst. 

Die Folge sind nicht nur Verluste, sondern zusätzlich oft noch Gebühren für das vorzeitige Aus. Grundsätzlich gilt, dass jede Finanzentscheidung gut überlegt sein will. Hinzu kommt, dass vor dem Abschluss von Verträgen eine Strategie ausgearbeitet sein sollte, die dann die gesamte Zeit über beibehalten wird. 

Im Rahmen der Strategie spielen die Ziele des Anlegers eine wesentliche Rolle, denn sie entscheiden über die geeigneten Produkte. Fallende Kurse sind vor allem bei langfristigen Anlagen kein Grund zur Panik, denn Wertschwankungen sind normal und gleichen sich im Laufe der Zeit meist aus. Für Anleger, die jederzeit in der Lage sein möchten, auf ihr Geld zuzugreifen, sind kurz- und mittelfristig konzipierte Finanzprodukte außerdem ohnehin die bessere Wahl. 

Keine Streuung und vergebene Chancen

Ein weiterer häufiger Fehler ist, dass Anleger in nur ein Finanzprodukt investieren. Es gibt zwar Produkte, die eine verhältnismäßig hohe Einlage erfordern, grundsätzlich ist aber besser, das Anlagekapital auf mehrere Produkte zu verteilen. 

Der Grund hierfür liegt in der Verminderung des Risikos. Selbst wenn eine Anlage nicht die gewünschten Gewinne erzielt oder es schlimmstenfalls sogar zu Verlusten kommt, können diese durch die anderen Anlagen wieder ausgeglichen werden. Nicht direkt ein Fehler, aber doch schade ist, dass viele Anleger nicht alle Chancen auf eine höhere Rendite ausschöpfen. 

So gibt es eine Reihe von staatlichen Förderungen, die viele Anleger ungenutzt verstreichen lassen, beispielsweise wenn es um die Riesterförderung oder Vergünstigungen bei der betrieblichen Altersvorsorge geht.

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