Die wichtigsten Infos zum Fiatgeld

Die wichtigsten Infos rund um Fiatgeld 

Wer sich näher mit den Finanzmärkten und der Währungspolitik beschäftigt, wird früher oder später auch auf den Begriff Fiatgeld stoßen. 

Aber was ist Fiatgeld, was sind seine besonderen Merkmale, wie wird es verwendet und welche Vor- und Nachteile hat es?

 

Hier die wichtigsten Infos und Erklärungen rund um Fiatgeld auf einen Blick:

Was ist Fiatgeld überhaupt?

Bei Fiatgeld, das teils auch als Fiat-Money bezeichnet wird, handelt es sich um ein Kreditgeld. Für den Emittenten des Geldes, also die Institution, die das Geld herausgibt, besteht keine Einlöseverpflichtung. Die Akzeptanz des Geldes ist jedoch durch gesetzliche Vorschriften sichergestellt, beispielsweise indem das Fiatgeld zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt wird. 

Heute handelt es sich bei dem Geld der Zentralbanken um Fiatgeld, was bedeutet, dass beispielsweise der Euro oder US-Dollar Fiatgeld sind. Der Begriff Fiatgeld leitet sich von dem lateinischen fiat für “es werde” ab. Dadurch soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Fiatgeld entsteht, wenn ein gesetzgebendes Organ eines Staates einen entsprechenden Beschluss fasst.

Wird das Fiatgeld als Währung verwendet, wird in diesem Zusammenhang auch von einer Fiatwährung gesprochen. 

Die Geschichte des Fiatgeldes

Das erste Fiatgeld gab es Ende des 13. Jahrhunderts. Seinerzeit versuchte König Gaichatu von Persien die Staatskasse, die durch eine Rinderpest und seinen extravaganten Lebensstil leer war, wieder zu füllen, indem er Fiatgeld herausgab. Er ließ verkünden, dass jeder mit dem Tod bestraft werden würde, der das neue Papiergeld nicht akzeptierte. 

Allerdings scheiterte sein Experiment kläglich, denn der Handel kam zum Erliegen und auf den Basaren brachen Unruhen aus. Nach nur zwei Monaten musste er seinen Beschluss widerrufen und wurde kurze Zeit später ermordet. Während der französischen Revolution wurden die Assignaten als Fiatgeld in Umlauf gebracht. Auch hier erklärte die Nationalversammlung, dass jeder mit dem Tod bestraft und sein Vermögen konfisziert werden würde, der sich weigere, mit Assignaten zu bezahlen oder bei der Bezahlung mit Assignaten höhere Preise verlangen würde.

Derjenige, der die Behörden über solche Geschehnisse informierte, sollte mit einer Belohnung honoriert werden. Nur ein halbes Jahr später, nämlich im Mai 1794, wurden die Vorgaben ein zweites Mal verschärft. Nun sollte schon derjenige mit dem Tod bestraft werden, der sich vor einem Geschäftsabschluss erkundigte, mit welchem Geld sein Geschäftspartner zu zahlen gedenke.

Dennoch verloren die Assignaten massiv an Wert und als 1803 der Franc durch Napoléon als neue Währung eingeführt wurde, hatten die Assignaten praktisch schon keinen Wert mehr. 

In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde Fiatgeld erstmals während des Bürgerkrieges in Umlauf gebracht. Der Kongress hatte beschlossen, dass der Nennwert der als Greenbacks bezeichneten Noten auf gut 340 Millionen US-Dollar beschränkt war. 

Im Unterschied zu den United States Gold Certificates, die zu dieser Zeit ebenfalls als Geld verwendet wurden, konnten die Greenbacks jedoch nicht in Goldmünzen umgetauscht werden. Erst im 20. Jahrhundert setzten sich Fiatwährungen dann endgültig durch.  

Wie funktioniert Fiatgeld?

Wie jede Form von Kreditgeld besitzt auch Fiatgeld über keinen eigenen materiellen Wert. Das bedeutet, das Papier selbst ist letztlich wertlos und erhält seinen Wert erst dadurch, dass es als Geld genutzt wird. Die Verwendung von Geld steht in Abhängigkeit zu seinem Nutzen und seinem Gebrauchswert. 

Damit Geld einen Nutzen hat, müssen drei grundlegende Funktionen erfüllt sein:

1.       Geld muss eine Funktion als Tauschmittel haben. 

Das bedeutet, es muss möglich sein, das Geld als Zahlungsmittel zu verwenden und es gegen Produkte oder Leistungen einzutauschen.

2.       Geld muss eine Sparmittelfunktion haben. 

Voraussetzungen hierfür sind eine geringe Inflation und das Vertrauen in den Gebrauchswert des Geldes als Tauschmittel. Das bedeutet, es muss gewährleistet sein, dass das Geld auch in Zukunft als Tauschmittel anerkannt wird und genutzt werden kann. Die Inflation und das Vertrauen stehen wiederum in engem Zusammenhang mit der Institution, die das Geld herausgibt. Im Fall von Fiatgeld handelt es sich dabei üblicherweise um eine Zentralbank.

3.       Geld muss eine Funktion als Messgröße und als Recheneinheit haben.

Der große Unterschied zwischen Fiatgeld und anderen Formen von Kreditgeld besteht darin, dass bei Fiatgeld die gesetzliche Verpflichtung besteht, es als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Dabei spielt es letztlich keine Rolle, ob die grundlegenden Geldfunktionen erfüllt sind oder ob nicht, denn auch wenn Fiatgeld die Geldfunktionen nicht erfüllt, wird es durch die gesetzliche Festlegung zum Zahlungsmittel.   

Welche Vor- und Nachteile hat Fiatgeld?

Der größte Vorteil von Fiatgeld besteht darin, dass es eine Geldschöpfung in beliebiger Höhe ermöglicht, wodurch eine große Flexibilität im Hinblick auf die Geldpolitik gegeben ist. Der Nachteil liegt jedoch darin, dass dadurch auch die Gefahr einer Inflation und damit verbundenen Finanzkrisen gegeben ist. 

Zu den recht stabilen Fiatwährungen gehörte übrigens die D-Mark. Seit ihrer Einführung im Jahre 1948 bis zu ihrer Ablösung durch den Euro war der Kaufkraftverlust verhältnismäßig gering und die jährliche Inflationsrate lag im Durchschnitt bei nur knapp drei Prozent.

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