Geld am Automaten abheben – Infos zu den Kosten

Geld am Automaten abheben – Infos zu den Kosten 

Ein Großteil des Zahlungsverkehrs wird bargeldlos abgewickelt. Dies betrifft auch die regelmäßigen Zahlungseingänge. Lohn und Gehalt, die Rente oder Sozialleistungen werden also nicht bar ausbezahlt, sondern auf das Girokonto überwiesen.

Möchte sich der Verbraucher nun mit Bargeld eindecken, wird er meist zu einem Geldautomat gehen und sich den benötigten Betrag auszahlen lassen. Wird der Geldautomat von einem Fremdanbieter betrieben, können jedoch mitunter happige Gebühren anfallen. Aber wie hoch sind diese Kosten?

Und welche Geldautomaten kann der Verbraucher überhaupt nutzen?

 

Der folgende Ratgeber erklärt die wichtigsten Infos
rund ums Geldabhaben am Automaten:

 

Geld am Automaten abheben – das System und die Kosten

In Deutschland gibt es rund 55.000 Geldautomaten. Sie werden von vier verschiedenen Anbietern betrieben.

Bei diesen Anbietern handelt es sich um Verbünde, zu denen sich die verschiedenen Banken zusammengeschlossen haben:

  1. Das Sparkassen-Netz wird von den Sparkassen betrieben und ist deutschlandweit mit rund 25.000 Geldautomaten vertreten.
  2. Das Bankcard-Servicenetz gehört den Volks- und Raiffeisenbanken und stellt rund 19.600 Geldautomaten.
  3. Die Cash-Group ist ein Verbund von Privatbanken. Sie betreibt rund 7.700 Geldautomaten. Zusätzlich dazu kann an den Kassen von rund 1.300 Tankstellen und Supermärkten zusammen mit dem Bezahlvorgang Geld abgehoben werden.
  4. Der Cashpool ist ebenfalls ein Verbund von Privatbanken und stellt rund 2.900 Geldautomaten.

 

Mit seiner Girocard kann der Verbraucher Geld an einem Geldautomaten abheben. Die Girocard ist die Karte, die viele noch unter ihrem alten Namen EC-Karte kennen. Dabei funktioniert eine Girocard normalerweise an allen Geldautomaten.

Es spielt also keine Rolle, bei welcher Bank der Verbraucher sein Konto hat und welcher Anbieter den Geldautomaten betreibt. Es gibt zwar Bankkarten, die nur bei Automaten der eigenen Bank und des Verbundes genutzt werden können. Solche Bankkarten sind allerdings die Ausnahme.

Nutzt der Verbraucher einen Geldautomaten seiner Bank, muss er in aller Regel keine Gebühren bezahlen. Wird der Geldautomat von dem Verbund betrieben, dem die eigene Bank angehört, muss der Verbraucher ebenfalls keine Gebühren bezahlen oder die Gebühren fallen niedriger aus.

So kann beispielsweise ein Sparkassen- oder Volksbankkunde auch an Geldautomaten von anderen Sparkassen oder Volksbanken gebührenfrei oder kostengünstig Geld ziehen. Teuer kann es jedoch werden, wenn der Verbraucher einen Geldautomaten nutzt, der von einer anderen Bank oder einem anderen Verbund betrieben wird.

Eine gesetzliche Grenze, wie hoch die Gebühren höchstens ausfallen dürfen, gibt es nicht. Stattdessen kann jeder Geldautomatenbetreiber selbst festlegen, welche Entgelte er verlangt. Sofern sich die Banken auf Höchstgrenzen geeignet haben, erfolgten die Vereinbarungen auf freiwilliger Basis.

Im Durchschnitt bewegen sich die Gebühren für Geldabhebungen an fremden Geldautomaten zwischen knapp 2 und rund 5 Euro. Vor allem wenn der Verbraucher nur kleine Beträge abhebt, kann das Geldziehen dadurch schnell teuer werden.

Angst, in eine Kostenfalle zu tappen, muss der Verbraucher aber nicht haben. Die Automatenbetreiber müssen nämlich angeben, wie hoch die Gebühren sind. Nach dieser Kostenanzeige kann der Verbraucher entscheiden, ob er das Geld zu den genannten Gebühren abheben oder ob er den Vorgang abbrechen möchte.

 

Geld am Automaten abheben – mit der Kreditkarte

Anstelle der Girocard kann der Verbraucher auch seine Kreditkarte verwenden, um Geld am Automaten abzuheben. Die Funktionsweise bleibt gleich. Der Verbraucher schiebt also seine Kreditkarte in den Geldautomat, gibt seine PIN ein und wählt den Geldbetrag aus, der ausgezahlt werden soll.

Wie hoch die Gebühren ausfallen, ergibt sich aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank, die die Kreditkarte herausgegeben hat. Während Direktbanken oft keine Kosten in Rechnung stellen, verlangen Filialbanken mitunter satte Entgelte.

Von welcher Bank oder welchem Verbund der Geldautomat betrieben wird, spielt dabei meist keine Rolle. Selbst wenn der Verbraucher am Geldautomat seiner Hausbank Geld mit der Kreditkarte abhebt, kann es also sein, dass er recht hohe Gebühren bezahlen muss.

Für die Auszahlung selbst können dann noch einmal weitere Kosten dazukommen, die der Geldautomatenbetreiber verlangt. Der Verbraucher sollte sich also informieren, wie teuer die Geldabhebung für ihn wird. Infos dazu findet er meist auf dem jeweiligen Geldautomat selbst. Dort ist nämlich üblicherweise ein Aufkleber angebracht, der die Kosten benennt.

 

Geld am Automaten abheben – im Ausland

Das Girocard-System ist eine Lösung, die ausschließlich in Deutschland funktioniert. Auf internationaler Ebene gibt es andere Systeme.

Die meisten Karten, die deutsche Banken herausgeben, gehören aber auch einem internationalen System an. Deshalb findet sich auf den Karten ein zusätzliches Logo, manchmal sind es sogar gleich mehrere Logos.

 

In Frage kommen dabei folgende:

  • Maestro ist das Zeichen für das internationale System, das zur Mastercard gehört.
  • Vpay symbolisiert das internationale System von Visa.
  • Cirrus ist die Marke, unter der Mastercard Geldautomaten betreibt.
  • Eufisery steht für den Verbund der europäischen Sparkassen.

 

Ob die Girocard am ausgewählten Geldautomat funktioniert, erkennt der Verbraucher daran, dass das Logo auf der Girocard auch auf einem Aufkleber auf dem Geldautomat zu finden ist. Bankkarten mit dem Vpay-Logo sind nur in Europa nutzbar. Dies liegt am Chip auf der Karte, über den die Daten ausgelesen werden. Karten mit dem Maestro- und dem Cirrus-Logo können hingegen weltweit verwendet werden.

Hebt der Verbraucher an einem ausländischen Geldautomaten Geld ab, muss er immer Gebühren bezahlen. Wie hoch diese ausfallen, bestimmt die Bank, die die Karte herausgegeben hat. Der Verbraucher sollte sich im Vorfeld bei seiner Bank nach diesen Kosten erkundigen.

Anders als Geldautomaten in Deutschland zeigen ausländische Geldautomaten nämlich meist nicht an, welche Gebühren für den Vorgang anfallen. Generell gilt aber, dass es sich im Ausland nicht lohnt, Kleinbeträge abzuheben. Mehrere Abhebungen von kleinen Geldbeträgen würden nämlich viel zu hohe Kosten verursachen.

Bevor der Verbraucher verreist, sollte er sich außerdem bei seiner Bank erkundigen, ob seine Girocard für das Ausland freigeschaltet ist. Aus Sicherheitsgründen sind einige Karten nämlich für die Nutzung außerhalb Deutschlands gesperrt.

Bei dieser Gelegenheit sollte der Verbraucher seiner Bank dann auch gleich mitteilen, wohin er verreist. Schaltet die Bank die Girocard nämlich beispielsweise für den Euro-Raum frei, bringt das dem Verbraucher nicht viel, wenn er vor einem Geldautomaten in England oder Polen steht. Möchte der Verbraucher im Ausland mit seiner Kreditkarte Geld am Automaten ziehen, gilt prinzipiell dasselbe wie für die Girocard.

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