Basiswissen zu Kreditkarten

Basiswissen zu Kreditkarten

Anders als beispielsweise in den USA, wo es völlig normal ist, selbst Kleinstbeträge mit der Kreditkarte zu bezahlen, wird hierzulande hauptsächlich zu Bargeld oder zur Girokarte gegriffen.

Trotzdem möchten viele Verbraucher eine Kreditkarte haben, um bei Einkäufen, beim Onlineshopping oder im Urlaub auf ein zusätzliches Zahlungsmittel zurückgreifen zu können. Nun ist es aber gar nicht so einfach, die richtige Kreditkarte zu finden.

Denn es gibt nicht nur verschiedene Kreditkartenarten von unterschiedlichen Anbietern, sondern auch die Leistungen und die Kosten variieren deutlich.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hier deshalb unser Ratgeber mit Basiswissen zu Kreditkarten:

 

Die verschiedenen Arten von Kreditkarten

Kreditkarten gibt es in mehreren Varianten. Je nachdem, wie und wofür der Verbraucher seine Kreditkarte nutzen möchte, welche Anforderungen er hat und wie seine wirtschaftlichen Voraussetzungen sind, kommen unterschiedliche Angebote in Frage.

Grundsätzlich lassen sich Kreditkarten aber in drei große Gruppen einteilen:

 

  1. Kostenlose Kreditkarten

Bei einer kostenlosen Kreditkarte wird keine Jahresgebühr fällig. Solange der Verbraucher seine Kreditkarte nicht einsetzt, entstehen ihm also auch keine Kosten. Geringe Gebühren werden in Rechnung gestellt, wenn der Verbraucher die Kreditkarte nutzt, um Rechnungen zu bezahlen oder Geld am Geldautomaten abzuheben.

Zusatzleistungen bietet eine kostenlose Kreditkarte aber meist nicht. Die günstigsten Angebote erhält der Verbraucher üblicherweise dann, wenn die Kreditkarte mit dem Girokonto kombiniert ist. In diesem Fall werden die Beträge, die mit der Kreditkarte bezahlt wurden, sofort oder einmal pro Monat mit dem Girokonto verrechnet.

Der Dispokredit des Kontos gibt den Kreditrahmen für die Kreditkarte vor. Ist die Kreditkarte nicht mit dem Girokonto verknüpft, erhält der Verbraucher eine monatliche Rechnung.

 

  1. Gold- und Platinkarten

Eine Gold- oder Platinkarte erweitert die Kreditkartenfunktion um Zusatzleistungen. Hierbei handelt es sich üblicherweise um Extras wie Versicherungsschutz in verschiedenen Bereichen, die Teilnahme an Rabattsystemen oder spezielle Serviceleistungen an Flughäfen.

Um eine Gold- oder Platinkarte zu bekommen, muss der Verbraucher aber meist eine bestimmte Zahlungskraft nachweisen. Außerdem sind die Gebühren bei solchen Kreditkarten recht hoch. Für den Durchschnittsverbraucher, der nur gelegentlich einmal etwas mit seiner Kreditkarte bezahlen möchte, lohnt sich eine Gold- oder Platinkarte deshalb in aller Regel nicht.

 

  1. Prepaid-Kreditkarten

Bei einer Prepaid-Kreditkarte wird der Zahlungsverkehr nicht über einen Kredit abgewickelt. Stattdessen zahlt der Verbraucher einen Geldbetrag seiner Wahl auf sein Kreditkartenkonto ein und kann dann solange mit seiner Kreditkarte bezahlen, bis das Guthaben aufgebraucht ist.

Da der Kreditkartenanbieter keinen Kredit gewährt, muss der Verbraucher keine Einkommens- oder Vermögensnachweise vorlegen. Allerdings sind die Gebühren für Prepaid-Kreditkarten mitunter recht hoch. Deshalb empfehlen sich solche Kreditkarten eigentlich nur für Verbraucher, deren Bonität für eine andere Kreditkarte nicht ausreicht.

 

Die Abrechnungsarten bei Kreditkarten

Setzt der Verbraucher seine Kreditkarte ein, zahlt er bargeldlos. Diese Zahlvorgänge werden zusammen mit Geldabhebungen an Geldautomaten auf seinem Kreditkartenkonto verbucht.

Die Abrechnung erfolgt dann in einer der drei folgenden Varianten:

  • Debit: Bei einer Debit-Kreditkarte werden die Beträge unmittelbar von dem Girokonto, mit dem die Kreditkarte verknüpft ist, abgebucht. Das Kreditkartenkonto ist somit direkt wieder ausgeglichen.

 

  • Charge: Bei einer Charge-Kreditkarte werden die Umsätze gesammelt und dann einmal pro Monat vom Girokonto abgebucht. Bei dieser Variante stellt der Kreditkartenanbieter dem Verbraucher somit einen echten Kredit zur Verfügung. Für den Zeitraum zwischen den Bezahlvorgängen und dem Stichtag zum Ausgleich des Kreditkartenkontos bleibt der gewährte Kredit für den Verbraucher aber zinsfrei.

 

  • Revolving: Diese Abrechnungsvariante basiert auf dem Prinzip eines Ratenkredits. Die Abrechnung erfolgt monatlich, allerdings wird immer nur ein bestimmter Betrag vom Girokonto abgebucht und auf das Kreditkartenkonto eingezahlt. Für die noch ausstehende Summe werden Zinsen in Rechnung gestellt, die recht hoch sind. Als Alternative zu einem echten Ratenkredit eignet sich diese Variante deshalb nicht. Um die Kosten zu senken, hat der Verbraucher aber jederzeit die Möglichkeit, sein Kreditkartenkonto durch eine Einmalzahlung auszugleichen.

Eine Sonderform der Abrechnung gibt es bei Prepaid-Kreditkarten. Hier verwendet der Verbraucher bei Kartenzahlungen und Geldabhebungen das Guthaben, das er zuvor auf sein Kreditkartenkonto eingezahlt hat. Ist dieses Guthaben aufgebraucht, muss er erst wieder frisches Geld einzahlen, um die Kreditkarte einsetzen zu können.

 

Die entscheidenden Kostenfaktoren bei Kreditkarten

Um an eine Kreditkarte zu kommen, gibt es zwei Möglichkeiten. So gibt es zum einen Kreditkartenanbieter, die ihre Kreditkarten direkt ausgeben. Der Verbraucher muss seine Kreditkarte also beim entsprechenden Anbieter beantragen und wird zu dessen Vertragspartner.

Zum anderen, und das ist die häufigere Variante, vergeben Kreditkartenanbieter Lizenzen an Banken, Sparkassen und Unternehmen. Sie geben die Kreditkarten dann aus. Der Verbraucher hat somit keinen direkten Kontakt zum Kreditkartenanbieter, sondern erhält seine Kreditkarte vom jeweiligen Lizenznehmer.

Bevor sich der Verbraucher aber für eine Kreditkarte entscheidet, sollte er einen Blick auf die Kosten werfen.

 

Dabei sind vor allem folgende Kostenfaktoren von Bedeutung:

  • Die Jahresgebühr ist im Prinzip eine Grundgebühr. Sie muss immer bezahlt werden, unabhängig davon, ob und wie oft der Verbraucher seine Kreditkarte genutzt hat. Bei kostenlosen Kreditkarten fällt die Jahresgebühr aber weg.

 

  • Lässt sich der Verbraucher mittels Kreditkarte Geld an einem Geldautomat oder einem Bankschalter auszahlen, kann eine Bargeldgebühr fällig werden. Je nachdem, ob sich der Verbraucher im Inland oder im Ausland befindet, kann diese Gebühr zudem unterschiedlich hoch ausfallen.

 

  • Bezahlt der Verbraucher eine Rechnung in einer ausländischen Währung oder hebt er im Ausland Bargeld in einer Fremdwährung ab, muss er unter Umständen eine Fremdwährungsgebühr bezahlen. Sie beläuft sich meist auf einen bestimmten Prozentsatz des genutzten Geldbetrags.

 

  • Ist das Kreditkartenkonto bis zum Abrechnungsstichtag nicht ausgeglichen oder reicht die Deckung auf dem verknüpften Girokonto nicht aus, um die Kreditkartenrechnung zu bezahlen, fallen Kreditzinsen an. Sie sind oft sehr hoch, so dass der Verbraucher möglichst vermeiden sollte, dass diese Sollzinsen entstehen.

 

  • Daneben können weitere Kosten berechnet werden, beispielsweise für eine Partner- oder eine Zweitkarte. Teilweise sind die Kosten und Gebühren offensichtlich, manchmal sind sie eher versteckt. Wie bei allen Verträgen und Finanzprodukten gilt deshalb auch bei der Kreditkarte, dass sich der Verbraucher die Vertragsbedingungen und das Kleingedruckte aufmerksam durchlesen sollte, bevor er etwas unterschreibt.

 

1 Tipp zum Schluss

Mit der Kreditkarte zu bezahlen, kann praktisch und komfortabel sein. Gerade bei Einkäufen und Buchungen im Internet kann eine Kreditkartenzahlung für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Anders als bei einer Überweisung kann sich der Verbraucher sein Geld nämlich meist wieder zurückholen, falls etwas schiefgehen sollte. Allerdings verlangen einige Händler Zusatzgebühren, wenn mit Kreditkarte bezahlt wird. Dies liegt daran, dass dem Verkäufer Kosten entstehen. Sie belaufen sich üblicherweise auf zwei bis drei Prozent des Kaufpreises. Diese Kosten fallen sowohl für Onlineshops als auch für den stationären Handel an.

Genau diese Kosten kann sich der Verbraucher im stationären Handel nun aber zunutze machen, um einen Rabatt auszuhandeln: Tätigt er einen größeren Einkauf, sollte er den Händler fragen, ob er einen Preisnachlass gewährt, wenn der Einkauf in bar oder mit der Girokarte (ehem. EC-Karte) bezahlt wird. Dadurch spart der Händler nämlich Kosten ein und diesen Vorteil kann er durchaus an den Kunden weitergeben.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Simon Schubert, 48 Jahre, Finanzberater, Timo Sustack, 39 Jahre Finanzwirt, Elke Husung, 42 Jahre, Senior Finance Managerin schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzangelegehenheiten, Geldanlagen, Finanzierungen und Bankwesen.

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