Kryptowährungen – ein Leitfaden für Einsteiger, Teil 2

Kryptowährungen – ein Leitfaden für Einsteiger, Teil 2

Kryptowährungen sind zwar nicht mehr ganz neu, seit einiger Zeit aber ein viel beachtetes Thema. Denn im Zeitalter der Digitalisierung sehen viele darin das Zahlungsmittel der Zukunft. Andere werten virtuelles Geld als eine interessante Alternative zu klassischen, altbewährten Geldanlageprodukten. Für den Laien ist es allerdings mitunter recht schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen. Ein Grund dafür ist, dass es mittlerweile eine Vielzahl an Kryptowährungen gibt, die jeweils auf unterschiedlichen, mitunter recht komplexen Systemen basieren.

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Kryptowährungen - ein Leitfaden für Einsteiger, Teil 2

Dazu kommt, dass im Zusammenhang mit virtuellen Währungen Begrifflichkeiten verwendet werden, die fast schon eine eigene Sprache bilden.

Alle Details rund um virtuelle Währungen in einer kompakten Übersicht zu beschreiben, ist praktisch unmöglich. Dazu ist das Thema viel zu vielschichtig. Doch um zumindest einen ersten Überblick zu vermitteln, haben wir einen zweiteiligen Leitfaden für Einsteiger zusammengestellt. Dabei haben wir in Teil 1 beantwortet, was Kryptowährungen mit der Blockchain Technologie zu tun haben und welche Kryptowährungen auf dem Markt die größte Rolle spielen.

Jetzt, in Teil 2, erklären wir die drei Schritte, die notwendig sind, um mit Kryptowährungen zu handeln:

Schritt 1: Eine Wallet einrichten

Wer Kryptowährungen kaufen, tauschen oder verkaufen möchte, braucht zunächst einmal eine sogenannte Wallet. „Wallet“ ist das englische Wort für „Geldbeutel“. Weil Kryptowährungen aber nur virtuelle Einheiten sind, die es nicht wie andere Zahlungsmittel als Banknoten und Münzen gibt, ist auch die Wallet kein Geldbeutel im klassischen Sinne. Vielmehr ist die Wallet im Prinzip ein Konto für die Kryptowährungen.

Wallets lassen sich in zwei große Gruppen einteilen, nämlich in Online- und Offline-Lösungen. Bei einer Online-Wallet sind die Zugangsdaten des Nutzers online gespeichert. Das kann zum Beispiel über eine Cloud-Lösung, eine Software auf dem Computer oder eine App auf dem Smartphone erfolgen.

Der Vorteil für den Nutzer ist, dass er lediglich eine Internetverbindung braucht, um auf seine Online-Wallet zugreifen und mit Kryptowährungen handeln zu können. Allerdings besteht das Risiko, dass Hacker die Daten ausspionieren und sich Zugriff verschaffen.

Als sicherer gilt deshalb eine Offline-Wallet. Sie gibt es zum Beispiel in Papierform. Dabei druckt der Nutzer seine Zugangsdaten letztlich auf einem Blatt Papier aus und bewahrt dieses Papier dann an einem sicheren Ort auf.

Eine andere Variante sind Hardware-Lösungen wie beispielsweise spezielle USB-Sticks, auf denen der Nutzer seine Daten und seine Kryptowährungen speichert.

Schritt 2: Einen Handelsplatz aussuchen

Ist die Wallet eingerichtet, müssen als nächstes eine oder mehrere Börsen für den Handel ausgewählt werden. Mittlerweile gibt es nicht nur eine Vielzahl an Kryptowährungen, sondern auch eine große Anzahl an möglichen Handelsplätzen.

Wenn sich der Nutzer nach einer Börse umschaut, über die er mit Kryptowährungen handeln möchte, sollte er vor allem auf vier Punkte achten:

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  1. angebotene Kryptowährungen; die bedeutsamsten Währungen wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple sind auf den meisten Handelsplätzen erhältlich. Speziellere Kryptowährungen hingegen sind oft nur an bestimmten Börsen verfügbar.

  2. Sicherheitsstandards; eine 2-Faktor-Authentifizierung sollte Standard sein

  3. Gebührenstrukturen

  4. Bedienerfreundlichkeit

Die einzelnen Handelsplätze gliedern sich außerdem in Krypto-zu-Fiat-Börsen und Krypto-zu-Krypto-Börsen. Eine Krypto-zu-Fiat-Börse ist ein Handelsplatz, auf dem der Nutzer klassische Zahlungsmittel wie zum Beispiel Euro oder US-Dollar in Kryptowährungen eintauschen kann. Solche Börsen kann der Nutzer also wählen, wenn er mit normalem Geld virtuelles Geld kaufen will.

Im Unterschied dazu ist eine Krypto-zu-Krypto-Börse ein Handelsplatz, auf dem nur der Handel mit Kryptowährungen möglich ist. Der Nutzer muss somit bereits Kryptowährungen besitzen, damit er diese dann auf der Börse in andere virtuelle Währungen umtauschen kann. Dafür bieten die Krypto-zu-Krypto-Börsen meist auch exotischere Kryptowährungen an.

Möchte der Nutzer Euro in spezielle Kryptowährungen investieren, läuft der Handel in der Praxis deshalb üblicherweise über zwei Plattformen ab. Zunächst kauft der Nutzer nämlich über eine Krypto-zu-Fiat-Börse für seine Euro eine der großen Kryptowährungen. Anschließend tauscht er die Einheiten dieser Kryptowährung dann auf einer Krypto-zu-Krypto-Börse in seine gewünschte virtuelle Währung um.

Schritt 3: Für eine oder mehrere Kryptowährungen entscheiden

Nachdem sich der Nutzer auf einem Handelsplatz registriert und legitimiert hat, kann er mit dem Handel beginnen. Eine Online-Legitimierung ist auf den meisten Börsen ab einem gewissen Investitionsvolumen aus Sicherheitsgründen Pflicht.

Für welche Kryptowährungen sich der Nutzer entscheiden sollte, lässt sich pauschal nicht sagen. Denn am Ende ist entscheidend, welche Ziele der Nutzer mit seinem Investment verfolgt. Ähnlich wie bei Aktien oder Fonds gilt aber auch für Kryptowährungen, dass eine Streuung das Risiko senkt.

Statt nur auf eine virtuelle Währung zu setzen, ist es also sicherer, das Geld auf mehrere Kryptowährungen zu verteilen. Sollte eine Währung an Wert verlieren, können die anderen Währungen die Schwankungen und Verluste nämlich abfedern.

Außerdem sollte der Nutzer abwägen, kalkulieren und vor allem nie überstürzt handeln. Diese Grundregel gilt für jedes Investment. Aber speziell Kryptowährungen unterliegen teils heftigen Schwankungen.

Deshalb sollte der Nutzer grundsätzlich immer nur so viel Geld einsetzen, dass er schlimmstenfalls einen Verlust verschmerzen kann.

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Simon Schubert, 48 Jahre, Finanzberater, Timo Sustack, 39 Jahre Finanzwirt, Elke Husung, 42 Jahre, Senior Finance Managerin und Christian Gülcan als Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzangelegenheiten, Geldanlagen, Finanzierungen und Bankwesen.

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