8 Fragen zum Krypto-Lending, Teil 1

8 Fragen zum Krypto-Lending, Teil 1

Das Krypto-Lending ist schon seit einiger Zeit ein großes Thema. Ähnlich wie das Staking ermöglicht es, Zinsen auf Kryptowährungen zu erwirtschaften. Auf diese Weise kann sich ein interessanter Hinzuverdient ergeben. Aber genauso drohen auch Verluste. Wer das Krypto-Lending nutzen möchte, um seine Kryptowährungen passiv für sich arbeiten zu lassen, sollte sich deshalb das notwendige Wissen aneignen.

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8 Fragen zum Krypto-Lending, Teil 1

Und um hier einen Anfang zu machen, beantworten wir acht Fragen zum Krypto-Lending!:

  1. Was genau bedeutet Krypto-Lending?

Wenn sich jemand einen größeren Geldbetrag leihen möchte, wendet er sich in aller Regel an eine Bank. Sie überprüft den Kreditantrag und legt fest, wie hoch der Kredit verzinst wird. Beim Zinssatz spielt neben den internen Regelungen der Leitzinssatz, den die Zentralbank vorgibt, eine maßgebliche Rolle.

Seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 stand die sogenannte 0-Zins-Politik im Vordergrund. Doch diverse Krisen und die steigende Inflation führten ab Jahresende 2021 zu einem Kurswechsel.

Der scheinbar endlose Geldfluss fand ein Ende. Im Jahr 2022 ist es teurer geworden, sich Geld zu leihen. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf die Investitionsmöglichkeiten von Unternehmen und auch von Privatpersonen.

Das Krypto-Lending basiert grundsätzlich auf den gleichen Prinzipien wie die klassische Kreditvergabe. Grundsätzlich deshalb, weil es nicht um gesetzliche Zahlungsmittel, sondern um Kryptowährungen geht.

Beim Krypto-Lending verleiht der Kreditgeber also zu bestimmten Konditionen Kryptowährungen an den Kreditgeber.

  1. Wie funktioniert Krypto-Lending?

Das Krypto-Lending ließe sich auch als Vergabe eines Krypto-Kredits bezeichnen. Die Idee orientiert sich am klassischen Kreditgeschäft. Damit die entscheidenden Unterschiede deutlich werden, vergleichen wir beide Kreditformen miteinander.

Der traditionelle Kredit

Die klassische Kreditvergabe ist ein Vertragsgeschäft. Die Bank als Kreditgeber und der Kreditnehmer schließen einen Vertrag miteinander ab, in dem die Konditionen verbindlich vereinbart sind.

Dabei ergeben sich die Pflichten des Kreditnehmers hauptsächlich aus der festgelegten Tilgung. Über eine gewisse Laufzeit zahlt der Kreditnehmer das Geld inklusive Zinsen in monatlichen Raten an die Bank zurück.

Das Krypto-Lending

Die Abwicklung der Funktionen rund ums Krypto-Lending übernehmen meist die großen und bekannten Krypto-Börsen, auf denen auch der Handel mit Kryptowährungen stattfindet. Dabei bringen die Börsen den Kreditgeber und den Kreditnehmer zueinander.

Verglichen mit einem klassischen Kredit, bahnt sich ein Geschäft in deutlich weniger Schritten an. So müssen lediglich eine Plattform ausgewählt und Kryptowährungen als Sicherheit in der Wallet vorhanden sein. Dann kann die Wahl auf ein Kreditprodukt fallen.

Klassischer Kredit versus Krypto-Kredit

Zentralisierte Krypto-Börsen sind eher kritisch zu sehen. Doch diesen Umstand einmal ausgeblendet, ist das Krypto-Lending ein Musterbeispiel für die Blockchain-Technologie.

Die Struktur und der dezentrale Ansatz der Blockchain begünstigen neue Produkte. Das Krypto-Lending zählt dabei zu den bekanntesten Funktionen im Bereich der dezentralen Finanzprodukte (DeFi-Produkte) und hat durchaus das Potenzial, den Finanzmarkt nachhaltig zu verändern.

Nutzer profitieren vor allem von der einfachen Abwicklung. Außerdem sind dazwischengeschaltete Instanzen wie Banken und Kreditinstitute, die den Vertragsabschluss regeln, überflüssig.

Ebenso ist es nicht notwendig, den Kreditnehmer genau unter die Lupe zu nehmen, um seine Kreditwürdigkeit zu prüfen. Und der Kreditnehmer muss keine Angaben dazu machen, warum und wofür er sich das virtuelle Geld ausleihen will.

Die Abwicklung vom Krypto-Lending

Bei einem Krypto-Kredit muss der Kreditnehmer eine Sicherheit hinterlegen. Sie nennt sich Collateral.

Viele Kreditnehmer wählen im Rahmen ihres Kredits einen Stablecoin wie zum Beispiel USDT. Als Beleihwert ist eine Einlage von beispielsweise Bitcoin als Sicherheit möglich.

Der Beleihwert heißt Loan-to-Value-Ratio, kurz LTV, und liegt üblicherweise bei 50 Prozent. Möchte sich der Kreditnehmer zum Beispiel 10.000 Euro in USDT ausleihen, muss er also Bitcoin im Wert von 20.000 Euro als Sicherheit hinterlegen.

Seinen Krypto-Kredit über 10.000 Euro zahlt der Kreditnehmer dann zuzüglich der fälligen Zinsen zurück. Allerdings können die Schwankungen am Markt kritische Ereignisse zur Folge haben. Fällt der Wert der hinterlegten Sicherheit während der Vertragslaufzeit so weit, dass sie dem Wert des Kredits entspricht, wird die Position automatisch gelöscht.

Mithilfe der entfernten Bitcoin Position bekommt der Kreditgeber seine Einlage wieder. Der Kreditnehmer kann die geliehenen 10.000 Euro in USDT zwar behalten. Aber die 20.000 Euro in Bitcoin, die er als Sicherheit hinterlegt hatte, sind aufgebraucht und damit für ihn weg.

  1. Welche Vor- und Nachteile hat das Krypto-Lending?

Einen Krypto-Kredit aufzunehmen, gestaltet sich schneller und einfacher als die Aufnahme eines klassischen Bankkredits. Trotzdem müssen auch die Nachteile gesehen werden.

Das Krypto-Lending bietet die Möglichkeit, vergleichsweise einfach Zinserträge auf Kryptowährungen zu erwirtschaften oder sich andersherum solche Währungen gegen Sicherheiten auszuleihen.

Für die breite Masse ist diese Kreditform aber noch nicht geeignet. Denn die aktuellen Rahmenbedingungen machen es Kreditnehmern und Anlegern, die kein oder nur wenig Startkapital haben, schwer.

Möchte sich der Kreditnehmer zum Beispiel 5.000 Euro in Kryptowährungen ausleihen, müsste er 10.000 Euro an Sicherheiten hinterlegen. Bei einem klassischen Bankkredit wäre das nicht notwendig.

Die Bank würde einen solchen Kredit höchstwahrscheinlich ohne gesonderte Sicherheiten gewähren. Stattdessen würde es ausreichen, wenn der Kreditnehmer Gehaltsabrechnungen vorlegt. Beim Krypto-Lending ist das derzeit (noch) nicht möglich.

Was für den Kreditnehmer ein Nachteil ist, ist für den Kreditgeber aber ein großer Vorteil. Denn er kann sich sehr sicher sein, dass er die Kryptowährungen, die er zur Verfügung stellt, wieder zurückbekommt. Sein Risiko ergibt sich eher durch die Krypto-Börsen.

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Simon Schubert, - Finanzberater, Timo Sustack, - Finanzwirt, Elke Husung, - Senior Finance Managerin und Christian Gülcan seit 30 Jahren Unternehmer, Gründer, VC-Investor, Kryptoinvestor, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzangelegenheiten, Geldanlagen, Finanzierungen und Bankwesen. Die Inhalte des Informationsangebots, stellen keine Finanzberatung oder Anlageberatung dar - somit ersetzen die Inhalte auch keine persönliche Beratung mit einen Finanzberater oder Steuerberater.

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