Ausführliche Infos zu Gold als Geldanlage, Teil I

Ausführliche Infos zu Gold als Geldanlage, Teil I

Gold zählt seit jeher zu den Währungen, die als beständig gelten. Doch vor allem in unsicheren Zeiten steigt regelmäßig das Interesse an dem edlen Metall. Und je höher die Nachfrage ist, desto weiter klettert auch der Preis nach oben. Nur: Wie gut ist Gold als Geldanlage wirklich? Für wen eignet sich diese Anlageform? Was sind die Risiken? Und wie kann der Anleger überhaupt in Gold investieren?

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Ausführliche Infos zu Gold als Geldanlage, Teil I

In einem ausführlichen Ratgeber klären wir in die wichtigsten Fragen zu Gold als Geldanlage!:

Ist Gold eine sichere Geldanlage?

Der Goldpreis unterliegt teils heftigen Schwankungen. In den vergangenen 20 Jahren bewegte er sich in einem Rahmen zwischen rund 300 und 1.750 Euro. Für Anleger, die sich eine sichere Anlageform wünschen und möglichst wenig Risiko eingehen wollen, ist Gold deshalb nur bedingt geeignet.

Trotzdem muss eine Geldanlage in Gold nicht gleich ausgeschlossen werden. Als ein Bestandteil in einem Anlagemix kann Gold nämlich zur Risikostreuung beitragen und so unterm Strich das Risiko der gesamten Geldanlage senken.

Während der Finanzkrise ab 2007 zum Beispiel brachen weltweit die Aktienkurse ein. Gleichzeitig schoss der Goldpreis nach oben. Auch im Sommer 2020 kämpften viele Wertpapiere bedingt durch die Corona-Krise mit deutlichen Verlusten. Im Unterschied dazu erreichte der Goldpreis Rekordwerte. Eine Feinunze Gold kostete zwischenzeitlich rund 1.750 Euro und war damit noch teurer als zu den Spitzenzeiten im Jahr 2011.

Hatte ein Anleger Gold in seinem Portfolio, konnte er die Verluste deshalb zumindest ein Stück weit ausgleichen. Nach den Krisen erholten sich die Aktienkurse wieder und der Goldpreis sank auf ein normales Niveau.

Gold als Geldanlage in einem Mix mit beispielsweise Aktien oder Fondsanteilen hat also das Potenzial, die Risiken zu streuen. Allerdings sollte Gold bei Privatlegern nur einen kleinen Teil innerhalb einer langfristigen Anlagestrategie ausmachen.

Was spricht für Gold als Geldanlage?

Auch wenn Gold durchaus Risiken birgt und wegen des schwankenden Goldpreises eher zu den spekulativen Geldanlagen gehört, gibt es einige gute Argumente, die klar für das Edelmetall sprechen.

Dazu gehört, dass Gold eine echte Krisenwährung ist. Gold hat Kriege, Depressionen, Währungsreformen und viele andere geschichtliche Ereignisse überstanden, ohne jemals komplett wertlos zu werden. Ganz im Gegenteil war und ist Gold eine Währung, die immer und auf der ganzen Welt akzeptiert wird.

Dazu kommt, dass Gold das Gesamtrisiko der Geldanlage senken kann. Denn wenn die Aktienkurse in den Keller fallen und Bargeld an Wert verliert, kann Gold im Portfolio für Stabilität sorgen. Nicht zu vergessen ist auch, dass die Mengen an verfügbarem Gold begrenzt sind.

Anders als Papiergeld kann Gold nicht beliebig vermehrt und in den Markt gebracht werden. Die natürliche Begrenzung in Verbindung mit der hohen Nachfrage lässt Gold teuer werden.

Was spricht gegen Gold als Geldanlage?

Obwohl es zweifelsohne gute Argumente für Gold gibt, gibt es genauso klare Minuspunkte.

Ein Gegenargument ist der Preis. Generell schlägt eine Feinunze Gold schon ordentlich zu Buche. Dabei ist der Preis, der an der Börse genannt wird, nur der Marktpreis. Möchte der Anleger Gold kaufen, will die Bank oder der Goldhändler auch noch etwas verdienen.

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Aus diesem Grund gibt es zum einen den Ankaufspreis und zum anderen den Verkaufspreis. Bei einer Unze übersteigt der Verkaufspreis den Ankaufspreis im Schnitt um etwa fünf Prozent.

Will der Anleger keine ganze Unze, sondern nur einen Teil davon kaufen, wird die Differenz größer. Beim Kauf von kleinen Goldmengen muss der Goldpreis deshalb höher steigen als die Marge des Verkäufers, damit der Anleger keinen Verlust macht.

Ein weiteres Gegenargument ist, dass die Aufbewahrung von physischem Gold weitere Kosten verursacht. Der Anleger kann das Gold zwar zu Hause lagern. Doch bei einem Diebstahl ist das Edelmetall weg. Ob die Hausratversicherung Schutz bietet, hängt von den Vertragsbedingungen ab.

Doch die Absicherung kostet. Die Alternative ist eine Aufbewahrung in einem Bankschließfach. Dafür werden aber ebenfalls Gebühren fällig. Unter Umständen ist auch noch eine zusätzliche Versicherung erforderlich, die weitere Kosten verursacht.

Gegen Gold spricht auch, dass es ein Währungsrisiko gibt. Denn Gold wird in US-Dollar gehandelt. Währungsschwankungen haben so direkte Auswirkungen. Verliert der Dollar an Wert, bekommt der Anleger weniger Euro für den Dollar. Verkauft er sein Gold, können dadurch sogar Verluste entstehen. Andersherum profitiert der Anleger natürlich, wenn der Dollar aufgewertet wird.

Anders als bei Aktien, Fondsanteilen, Sparbriefen, einem Festgeldkonto und anderen Geldanlagen gibt es bei Gold weder Dividenden noch Zinsen. Das Edelmetall erzielt also keine laufenden Gewinne.

Einen Gewinn macht der Anleger nur dann, wenn er sein Gold zu einem besseren Kurs verkaufen kann, als er beim Kauf bezahlt hat. Dabei muss der Goldkurs aber so weit steigen, dass auch die Kosten, die im Laufe der Zeit durch den Handel und die Aufbewahrung entstanden sind, mit ausgeglichen werden.

Letztlich investiert der Anleger also in der Hoffnung in das Edelmetall, dass die Nachfrage in Zukunft steigen oder zumindest gleich bleiben wird. Denn wenn die Nachfrage sinkt, fällt auch der Goldpreis. Und solche Schwankungen gab es in der Vergangenheit regelmäßig.

Ist es sinnvoll, in Gold zu investieren?

Für einen privaten Anleger ist in erster Linie wichtig, dass er die Verlustrisiken streut. Deshalb kann eine Überlegung wert sein, einen Teil des Vermögens in Gold anzulegen. Sollten in Krisenzeiten andere Anlageprodukte an Wert verlieren, kann Gold die Verluste abfangen. Das hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt.

Allerdings muss dem Anleger klar sein, dass Gold keine Garantie bietet. Falls eine echte und wirklich schwere Krise auftreten sollte, wird es wahrscheinlich nicht so einfach, Goldbarren oder Goldmünzen gegen Waren des täglichen Bedarfs einzutauschen.

Die Praxis zeigt außerdem, dass die Wertentwicklung von Gold durch die Schwankungen und nach Abzug der Inflationsrate insgesamt kaum besser war als bei anderen Geldanlagen.

Experten raten deshalb, maximal zehn Prozent des Vermögens in Gold anzulegen.

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Simon Schubert, 48 Jahre, Finanzberater, Timo Sustack, 39 Jahre Finanzwirt, Elke Husung, 42 Jahre, Senior Finance Managerin und Christian Gülcan als Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzangelegenheiten, Geldanlagen, Finanzierungen und Bankwesen.

Ein Gedanke zu „Ausführliche Infos zu Gold als Geldanlage, Teil I“

  1. Ich überlege zurzeit mein Portfolio um Gold zu erweitern, einfach weil es real ist und IMMER mehr oder weniger wertvoll.
    Der Entschluss steht fest: Es wird auch in Gold angelegt, natürlich freue ich mich dennoch auf Teil 2 😉

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