Infos und Tipps zu Kreditkarten für Kinder und Jugendliche

Infos und Tipps zu Kreditkarten für Kinder und Jugendliche

Auch für Kinder und Jugendliche werden Kreditkarten immer wichtiger. Doch bei der Auswahl sollten ein paar Dinge beachtet werden.

Um den Umgang mit Geld zu lernen, um Einkäufe im Internet zu bezahlen oder um auf Reisen an Geld zu kommen: Auch für Kinder und Jugendliche werden Kreditkarten immer häufiger zum Thema. Doch ab welchem Alter können Kids Kreditkarten überhaupt nutzen?

Welche Kosten entstehen? Wie groß ist das Risiko, in die Schuldenfalle zu tappen? Und worauf gilt es bei der Auswahl zu achten?

Hier die wichtigsten Infos und Tipps zu Kreditkarten für Kinder und Jugendliche in der Übersicht!:

 

Wofür brauchen Kinder und Jugendliche überhaupt Kreditkarten?

Eltern ist es schon seit jeher wichtig, dass ihr Nachwuchs lernt, vernünftig mit Geld umzugehen. Früher reichte dazu das Taschengeld aus, das sich die Kids einteilen mussten. Und wenn für eine größere Sache gespart werden sollte, wurde ein Sparschwein aufgestellt und regelmäßig gefüttert. Doch heutzutage wachsen Kinder und Jugendliche mit dem Internet auf.

Computer und Smartphone haben längst auch die Kinderzimmer erobert. Spiele, Musik und kostenpflichtige Apps können jedoch oft nur dann heruntergeladen und genutzt werden, wenn eine Kreditkarte vorhanden ist. In manchen Online-Shops kann ebenfalls nur mit Kreditkarte bezahlt werden.

Und wenn die Kids auf Reisen sind, ist es für viele Eltern ein beruhigendes Gefühl, wenn sie wissen, dass ihr Nachwuchs Rechnungen und Einkäufe bargeldlos bezahlen und sich bei Bedarf über die Kreditkarte Geld besorgen kann. Immerhin ist das oft sicherer, als wenn das Kind eine größere Menge an Bargeld mit sich herumträgt. Insofern kann eine Kreditkarte schon in jungen Jahren durchaus eine Überlegung wert sein.

Zumal das bargeldlose Zahlen eine immer größere Bedeutung hat. Es kann also nicht schaden, wenn die Kids schon früh damit vertraut sind. Natürlich haben die Kreditinstitute diesen Trend ebenfalls erkannt und haben folglich Kreditkarten im Angebot, die speziell für Kinder und Jugendliche gedacht sind.

 

Ab welchem Alter können Kinder und Jugendliche Kreditkarten nutzen?

Wie alt der junge Kreditkarteninhaber sein muss, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Bei einigen Kreditinstituten ist das Mindestalter auf sieben Jahre festgelegt. Andere Angebote können die Kids nutzen, sobald sie 12, 14 oder 16 Jahre alt sind.

Generell gilt aber, dass die Eltern immer das letzte Wort haben. Denn solange die Kids noch minderjährig sind, das 18. Lebensjahr also noch nicht vollendet haben, dürfen sie Kreditkartenverträge nicht alleine abschließen. Stattdessen müssen die Eltern zustimmen und den Vertrag in aller Regel ebenfalls unterschreiben.

 

Können die Kids mit den Kreditkarten Schulden machen?

Kreditkarten für Kinder und Jugendliche sind fast immer als Prepaid-Karten ausgestaltet. Solche Kreditkarten funktionieren im Prinzip genauso wie die Aufladekarten beim Handy. Damit die Kreditkarte genutzt werden kann, muss zunächst ein Guthaben aufs Kreditkartenkonto einbezahlt werden.

Die Kreditkarte kann dann solange für Zahlungen und Geldabhebungen verwendet werden, bis das Guthaben aufgebraucht ist. Ist das Guthaben alle, ist die Kreditkarte erst wieder einsatzbereit, wenn neues Guthaben aufgebucht wurde. Die Gefahr, dass die Kids Schulden machen, besteht somit nicht. Denn das Prepaid-Kreditkartenkonto kann nicht überzogen werden. Und auch was die Bonität angeht, müssen sich die Eltern keine Sorgen machen.

Eine Bonitätsprüfung wird nicht durchgeführt und es wird auch keine Schufa-Auskunft eingeholt. Dies liegt daran, dass der Kreditkartenanbieter bei einer Prepaid-Kreditkarte keinen Kredit gewährt, sondern lediglich ein Kreditkartenkonto bereitstellt, das auf Guthabenbasis geführt wird.

Um das Guthaben aufzuladen, wird der jeweilige Betrag auf das Kreditkartenkonto überwiesen. Dabei kann die Aufladung nur bei Bedarf oder in regelmäßigen Abständen erfolgen. So können die Eltern beispielsweise mit ihrem Nachwuchs vereinbaren, dass sie das monatliche Taschengeld komplett oder anteilig aufs Kreditkartenkonto einzahlen. Die Höhe der Aufladebeträge ist meist nicht begrenzt.

 

Wie teuer sind Kreditkarten für Kinder und Jugendliche?

Komplett kostenfrei ist keine Kreditkarte für Kinder und Jugendliche. Allerdings können die Kosten recht unterschiedlich ausfallen, denn die Anbieter arbeiten mit unterschiedlichen Gebührenmodellen. In Rechnung gestellt werden beispielsweise

  • eine Jahresgebühr für die Kreditkarte,
  • Gebühren, wenn am Geldautomaten Bargeld abgehoben wird,
  • Kosten für die Nutzung der Kreditkarte im Ausland,
  • unterschiedlich hohe Entgelte, je nachdem, mit welchem Verfahren das Guthaben aufgeladen wird,
  • Inaktivitätsgebühren, wenn die Kreditkarte längere Zeit nicht genutzt wird.

Einige Anbieter verlangen im ersten Jahr keine Jahresgebühr oder stellen die Kreditkarte bis zu einem bestimmten Alter kostenfrei zur Verfügung. Oft sind hier die Gebühren, die bei Geldabhebungen anfallen, dann aber etwas höher. Vorsicht ist auch mit Blick auf die Kosten für eine Auslandsnutzung geboten.

Denn zum Teil werden diese Kosten nicht nur dann berechnet, wenn sich der Nachwuchs tatsächlich im Ausland aufhält, sondern auch dann, wenn er in einem ausländischen Online-Shop einkauft. Bevor sich Eltern und Nachwuchs für eine Kreditkarte entscheiden, sollten sie sich die Preise und das Kleingedruckte also genau anschauen. Außerdem kann es nicht schaden, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen.

Welche Schutzmaßnahmen können Eltern treffen?

Kinder und Jugendliche können mögliche Risiken oft noch nicht richtig einschätzen. Andererseits müssen sie den sorgsamen Umgang mit Geld und der Kreditkarte erst noch lernen.

Um Schäden vorzubeugen, sind die Eltern gut beraten, wenn sie ein paar Sicherheitsvorkehrungen treffen. Hierzu gehört, ein Limit einzurichten. Dieses Limit begrenzt den Betrag, über den pro Tag, Woche oder Monat verfügt werden kann. Zudem empfiehlt sich eine Jugendschutzcodierung, die verhindert, dass bestimmte Produkte oder Dienstleistungen mit der Kreditkarte bezahlt werden können. Um den Überblick zu behalten, sollten der Kreditkontostand regelmäßig abgefragt und die Kontobewegungen überprüft werden.

Wichtig ist außerdem, dass die Eltern ihrem Nachwuchs vermitteln, dass er seine Kreditkarte niemals aus der Hand geben sollte. Und dass die Geheimzahl tatsächlich geheim bleiben muss.

Zudem sollte der Nachwuchs wissen, dass er seine Kreditkarte umgehend sperren lassen sollte, falls sie gestohlen wurde oder verloren gegangen ist. Bei den meisten Kreditkarten ist dies über die zentrale Sperr-Notrufnummer (0049) 116 116 möglich.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Simon Schubert, 48 Jahre, Finanzberater, Timo Sustack, 39 Jahre Finanzwirt, Elke Husung, 42 Jahre, Senior Finance Managerin schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzangelegehenheiten, Geldanlagen, Finanzierungen und Bankwesen.

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