10 Tipps rund um Ratenkredite, 2. Teil

10 Tipps rund um Ratenkredite, 2. Teil

Wenn eine wichtige Anschaffung notwendig wird, die finanziellen Mittel dafür aber fehlen, kann ein Ratenkredit die richtige Lösung sein. Und Banken sind nicht abgeneigt, Kredite zu vergeben.

Schließlich sind Ratenkredite für sie ein einträgliches Geschäft. Dem Kreditnehmer muss allerdings klar sein, dass er durch die Kreditaufnahme Schulden macht.

Und Schulden müssen zurückgezahlt werden. Vorschnell und leichtfertig sollte er deshalb nie einen Ratenkredit aufnehmen. Außerdem sollte er ein paar Punkte beachten. In einem zweiteiligen Ratgeber haben wir zehn Tipps rund um Ratenkredite zusammengestellt.

Hier ist Teil 2!

 

Tipp 6: Die Schufa-Daten kontrollieren.

Bevor eine Bank eine Kreditzusage erteilt, überprüft sie, wie wahrscheinlich es ist, dass der Kreditnehmer den gewünschten Ratenkredit auch tatsächlich wie vereinbart zurückzahlen wird. Für diese Überprüfung holt sich die Bank eine Auskunft bei der Schufa ein.

Doch die Schufa-Auskunft dient nicht nur der Überprüfung der Kreditwürdigkeit. Immer mehr Banken gehen dazu über, die Schufa-Daten als Ausgangspunkt für die Zinshöhe zu verwenden. Je besser der Kreditnehmer bei der Schufa abschneidet, desto geringer ist die Ausfallwahrscheinlichkeit des Kredits und desto günstiger ist folglich der Zinssatz, den die Bank dem Kreditnehmer anbietet.

Der Kreditnehmer ist deshalb gut beraten, wenn er sich seine Selbstauskunft anfordert und kontrolliert, ob die Daten, die die Schufa über ihn gespeichert hat, alle so noch aktuell sind und stimmen. Eine kostenlose Selbstauskunft, die offiziell Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz heißt, kann der Kreditnehmer einmal pro Jahr über die Internetseite der Schufa anfordern.

 

Tipp 7: Mehrere Kreditangebote einholen.

Die Hausbank ist zwar ein guter Ansprechpartner, wenn der Kreditnehmer einen Ratenkredit aufnehmen möchte. Trotzdem sollte er auf jeden Fall einen Kreditvergleich durchführen. In Online-Vergleichsportalen sind neben klassischen Filialbanken auch Kreditmodelle von Filialbanken, die als Onlineangebote günstigere Konditionen haben, und die Angebote von Direktbanken gelistet.

So kann sich der Kreditnehmer einen guten Überblick über die Möglichkeiten verschaffen und den günstigsten Ratenkredit finden. Nachdem der Kreditnehmer die Laufzeit, die Kreditsumme und eventuell einen Verwendungszweck in die Suchmaske eingegeben hat, erhält er eine erste Übersicht. Meist ist dabei der sogenannte 2/3-Zins abgegeben.

Das ist der Zinssatz, zu dem zwei Drittel aller Kreditnehmer einen Ratenkredit bei der jeweiligen Bank bekommen haben. Im nächsten Schritt gibt der Kreditnehmer dann weitere Daten wie persönliche Angaben und die Höhe seines monatlichen Einkommens ein. Daraufhin erhält der Kreditnehmer einen Überblick mit den Konditionen, zu denen er einen Ratenkredit bekommen kann. Nun kann der Kreditnehmer ein oder mehrere Anbieter auswählen und bei ihnen ein konkretes Kreditangebot anfordern.

Wichtig dabei ist aber, dass der Kreditnehmer darauf achtet, dass seine Kreditanfragen als neutrale Anfragen gestellt werden. Bei der Schufa gibt es nämlich zwei Arten von Anfragen, und zwar Kredit- und Konditionsanfragen. Konditionsanfragen werden Dritten nicht mitgeteilt und haben keinen Einfluss auf den Score. Im Unterschied dazu werden Kreditanfragen gespeichert und bei Abfragen mitgeteilt.

Da die meisten Anbieter Kreditanfragen so auslegen, als habe der Kreditnehmer einen Kredit beantragt und nicht bekommen, wirken sie sich letztlich negativ auf die Schufa aus. Der Kreditnehmer sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass die Anbieter seine Anfragen tatsächlich nur als Konditionsanfragen durchführen.

 

Tipp 8: Nicht zu einer voreiligen Unterschrift drängen lassen.

Hat sich der Kreditnehmer für ein Kreditangebot entschieden, werden ihm die Kreditunterlagen per Post oder E-Mail zugeschickt. Den Kreditvertrag muss er dann unterschreiben und meist zusammen mit Gehaltsnachweisen an den Anbieter zurückschicken.

Läuft die ganze Abwicklung online ab, muss sich der Kreditnehmer außerdem über das sogenannte Post-Ident-Verfahren legitimieren. Nachdem der Kreditanbieter alle Unterlagen hat, prüft er die Angaben noch einmal. Sollten sich Unstimmigkeiten ergeben, kann die Bank den Vorgang jetzt noch abbrechen und die Kreditzusage verweigern. Ist hingegen alles in Ordnung, ist die gewünschte Kreditsumme schon nach wenigen Tagen auf dem Konto.

Der Kreditnehmer sollte aber damit rechnen, dass er schon kurz nach der Kreditanfrage kontaktiert wird. Die Vertriebsmitarbeiter des Vergleichsportals oder des Kreditanbieters begleiten den Kreditantrag bis zur Auszahlung. Sie beantworten Fragen, unterbreiten mitunter aber auch weitere Angebote oder Zusatzleistungen.

Denn es liegt in ihrem Interesse, dass der Kreditvertrag zustande kommt. Immerhin verdienen sie damit ihr Geld. Grundsätzlich sollte sich der Kreditnehmer aber nie zu vorschnellen Entscheidungen verleiten lassen. Stattdessen sollte er sich die Zeit nehmen, um vor allem das Kleingedruckte in aller Ruhe zu lesen. Erst wenn er sich sicher ist und alles verstanden hat, sollte er einen Kreditvertrag unterschreiben.

 

Tipp 9: Die Möglichkeit einer vorzeitigen Tilgung nutzen.

Ein Ratenkredit kann jederzeit gekündigt werden. Der Kreditnehmer muss den Kreditvertrag also nicht bis zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit fortführen, sondern kann den Ratenkredit auch vorher schon tilgen. Und wenn der Kreditnehmer unverhofft zu Geld kommt, beispielsweise durch eine Erbschaft, eine Prämie oder eine Gehaltserhöhung, dann sollte er diese Möglichkeit auch nutzen.

Denn auf diese Weise ist er seine Schulden los und spart Kosten. Es macht wenig Sinn, das Geld anzulegen. Die Zinsen, die der Kreditnehmer für sein Guthaben bekommt, sind nämlich viel niedriger als die Zinsen, die er für den Kredit bezahlen muss.

Löst der Kreditnehmer seinen Ratenkredit vorzeitig ab, kann es zwar sein, dass die Bank eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung stellt. Bei Ratenkrediten ist die Höhe dieser Zusatzzahlung aber von Gesetzes wegen auf ein Prozent begrenzt. Und wenn die Restlaufzeit des Kredits nur noch zwölf Monate oder weniger beträgt, sinkt die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung, die die Bank maximal verlangen kann, auf gerade einmal 0,5 Prozent.

 

Tipp 10: Bei Zahlungsschwierigkeiten gleich an die Bank wenden.

Natürlich lässt sich auch bei einem Ratenkredit mit einer recht kurzen Laufzeit und nicht allzu hohen Kreditraten nie ganz ausschließen, dass die finanzielle Situation so knapp wird, dass der Kreditnehmer die Raten einmal nicht bezahlen kann.

In diesem Fall sollte er aber möglichst zeitnah reagieren. Es macht keinen Sinn, abzuwarten und auf ein Wunder zu hoffen. Wenn sich der Kreditnehmer frühzeitig an seine Bank wendet und seine Situation schildert, wird sich die Bank in aller Regel gesprächsbereit zeigen. Um die Situation zu lösen, kann die Bank dann anbieten, die Höhe der Kreditraten zu senken oder die Zahlung der Kreditraten für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen.

Reagiert der Kreditnehmer hingegen nicht, wird er schon bald die erste Mahnung erhalten. Und spätestens nach der zweiten Mahnung wird es ernst. Da bei Ratenkrediten als Sicherheit meist die Möglichkeit einer Lohnpfändung vereinbart wird, muss der Kreditnehmer damit rechnen, dass die Bank seinen Lohn auch wirklich pfänden wird.

Reicht der pfändbare Teil des Lohns für eine Schuldentilgung nicht aus, kann auch eine Pfändung des Eigentums oder die Verpflichtung, eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, drohen. Wird der Kreditnehmer rechtzeitig aktiv, kann er all das aber verhindern.

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