5 Finanztipps für Berufsanfänger

5 Finanztipps für Berufsanfänger

Mit dem Beginn der beruflichen Karriere verändern sich auch die wirtschaftlichen Verhältnisse.

Hier sind 5 Finanztipps für Berufsanfänger!

Die Ausbildung oder das Studium ist erfolgreich beendet, eine Arbeitsstelle gefunden und die ersten Gehaltsabrechnungen warten darauf, im Ordner abgeheftet zu werden. Mit dem Start ins Berufsleben beginnt ein neuer Lebensabschnitt und zum ersten Mal wird richtig Geld verdient.

Gleichzeitig kommt damit aber auch der Zeitpunkt, an dem sich der Berufsanfänger Gedanken über seine wirtschaftliche Zukunft machen sollte. Dafür haben wir fünf Finanztipps zusammengetragen!:

 

Finanztipp 1: Langfristig denken und planen.

Das erste feste und sichere Einkommen ruft verschiedene Anbieter auf den Plan: Versicherungen schnüren Rundum-Sorglos-Pakete, die alle wichtigen Gefahren und Risiken absichern sollen. Banken bieten verschiedene Kontomodelle und Geldanlagen an, während Finanzvermittler mit interessanten Anlageprodukten, Sparverträgen oder attraktiven Krediten werben.

Doch maßgeblich sind nicht die Ideen der Finanzexperten, sondern die eigenen Ideen des Berufsanfängers. Schließlich weiß er selbst am allerbesten, welche Vorstellungen er von seiner Lebensplanung hat und welche Ziele er mit seinem Geld erreichen will. Deshalb sollte sich der Berufsanfänger die Zeit nehmen und seine langfristige Finanzplanung überdenken. Die Lebenssituation, die Zukunftspläne, das Einkommen, das vorhandene Vermögen und die bestehenden Schulden bilden dabei die Grundlage.

Lebt der Berufsanfänger alleine oder in einer Partnerschaft? Hat er bereits eine Familie oder möchte er in absehbarer Zeit eine Familie gründen? Will er in eine größere Wohnung umziehen oder sich irgendwann ein Eigenheim leisten? Plant er größere Anschaffungen, beispielsweise neue Möbel oder ein Auto? Ist er für den Fall abgesichert, dass ihm etwas zustößt?

Anhand solcher Fragen sollte sich der Berufsanfänger überlegen, wohin ihn sein Weg führen soll. Und erst danach sollte er sich über die Umsetzung seiner Pläne Gedanken machen.

 

Finanztipp 2: Kredite schnell zurückzahlen.

Laufende Kredite sind ein stetiger Kostenfaktor. Denn die Kreditraten sind Ausgaben, die das monatliche Budget regelmäßig belasten. Durch die Zinsen wird ein Kredit außerdem umso teurer, je länger er läuft.

Deshalb sollte der Berufsanfänger sein Arbeitsentgelt nutzen, um bestehende Darlehen so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Dies gilt für Ausbildungs- und Studienkredite oder Bafög-Schulden genauso wie für andere Darlehen, das überzogene Girokonto oder Ratenkäufe.

 

Finanztipp 3: Versicherungen gegen die größten Risiken abschließen.

Es ist unmöglich, alle nur erdenklichen Gefahren abzusichern. Und das ist auch gar nicht notwendig. Aber es gibt ein paar Ereignisse, die die Existenz ernsthaft bedrohen können. Deshalb sollte sich der Berufsanfänger mit entsprechenden Versicherungen vor den größten Risiken schützen. Und in diesem Zusammenhang sind vor allem zwei Versicherungen von Bedeutung:

  • Privathaftpflichtversicherung: Sie springt ein, wenn der Berufsanfänger einem Dritten einen Schaden zufügt. Einen kleineren Schaden, beispielsweise ein Rotweinfleck auf dem Teppich, ein Brandloch in der Couch oder eine umgeworfene Vase, wird der Berufsanfänger vielleicht noch aus eigener Tasche regulieren können. Doch spätestens wenn es um einen Personenschaden geht, können die Forderungen schnell mehrere hunderttausend Euro ausmachen. Und der Berufsanfänger haftet nicht nur mit seinem aktuellen Einkommen, sondern auch mit seinem künftigen Vermögen. Der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung ist deshalb praktisch Pflicht.

 

  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Verlust der Arbeitskraft kann in jedem Alter zu einer echten Existenzbedrohung werden. Doch je jünger der Betroffene ist, desto gravierender können die Folgen sein. Denn zum einen kann eine Erkrankung oder ein Unfall die berufliche Kariere endgültig beenden, noch bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Und zum anderen fallen die staatlichen Leistungen überschaubar aus. Eine Erwerbsminderungsrente beispielsweise setzt voraus, dass der Berufsanfänger mindestens fünf Jahre lang Rentenbeiträge eingezahlt hat. Außerdem muss er sehr so eingeschränkt sein, dass es auf dem Arbeitsmarkt keinen Job gibt, den er noch ausüben könnte. Für eine gewisse Sicherheit kann da eine Berufsfähigkeitsversicherung sorgen. Sie springt mit einer monatlichen Rente ein, wenn der Berufsanfänger infolge eines Unfalls oder einer Erkrankung nicht mehr arbeiten kann. Die Beiträge wiederum fallen umso geringer aus, je jünger der Berufsanfänger beim Vertragsabschluss ist. Allerdings ist es gar nicht so einfach, sich im Tarifdschungel zurechtzufinden und den richtigen Tarif auszuwählen. Damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommt, sollte sich der Berufsanfänger deshalb gut informieren und von einer unabhängigen Stelle beraten lassen.

Weitere Versicherungen braucht der Berufsanfänger normalerweise (noch) nicht. Und auch für später fährt er gut, wenn er wirklich nur die Gefahren mit Versicherungen absichert, die seine Existenz bedrohen würden. Das Geld für andere Versicherungen, die nur solche Risiken absichern, die er schlimmstenfalls auch mit eigenen Mitteln abfangen könnte, kann er sich getrost sparen.

Hat der Berufsanfänger bereits eine Familie gegründet oder steht die Familienplanung in Kürze an, sollte er außerdem über eine Risikolebensversicherung nachdenken. Sie kostet nur wenige Euro pro Monat und sichert die Hinterbliebenen zumindest eine Zeit lang finanziell ab. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange die Versicherung schon besteht. Der Versicherungsschutz ist nämlich schon ab der ersten Beitragszahlung in vollem Umfang gegeben.

Finanztipp 4: Immer eine Reserve auf dem Konto lassen.

Das Auto muss in die Werkstatt, der Kühlschrank geht kaputt oder die Waschmaschine streikt: Es kann jederzeit passieren, dass unerwartete Ausgaben anfallen. Für solche Fälle sollte der Berufsanfänger eine Reserve auf seinem Konto haben.

Als grobe Richtlinie gilt, dass drei Monatseinkommen für ausreichend Sicherheit sorgen. Denn dieser Betrag reicht meist aus, um ungeplante, aber notwendige Anschaffungen zu finanzieren, ohne dabei zusätzliches Geld leihen zu müssen. Und auch falls im Beruf etwas schief läuft oder der Krankheitsfall eintritt, lässt sich mit einer solchen Reserve eine gewisse Zeit überbrücken.

Ist eine größere Reserve vorhanden, kann es aber sinnvoll sein, das Geld nicht auf dem Girokonto zu lassen, sondern auf ein Tagesgeldkonto einzuzahlen. Auch auf einem Tagesgeldkonto ist das Geld jederzeit verfügbar. Im Unterschied zum Girokonto gibt’s beim Tagesgeldkonto aber meist noch eine kleine Verzinsung.

 

Finanztipp 5: Früh mit dem Sparen beginnen.

Damit auf lange Sicht gesehen ein solides Finanzpolster angespart werden kann, muss der Berufsanfänger zwei Dinge bedenken. Zum einen setzt ein Vermögensaufbau voraus, dass der Effekt von Zins und Zinseszins zum Tragen kommt. Dies gilt umso mehr, je niedriger die Guthabenverzinsung ist.

Gleichzeitig macht sich der Zins- und Zinseszinseffekt aber erst nach etlichen Jahren in einer nennenswerten Form bemerkbar. Zum anderen können hohe Renditen nur dann erwirtschaftet werden, wenn der Berufsanfänger bereit ist, entsprechend hohe Risiken einzugehen. Es gibt keine Geldanlage, die absolut sicher und gleichzeitig höchst rentabel ist. Hohe Renditeversprechen gehen immer Hand in Hand mit hohen Risiken.

Nun wird sich so mancher Berufsanfänger aber vielleicht fragen, warum er überhaupt schon früh mit dem Sparen anfangen sollte. Vielleicht möchte er sein schwer verdientes Geld ja lieber verwenden, um in Urlaub zu fahren, sich ein chices Auto zu leisten, seinem Hobby nachzugehen oder es sich eben einfach gut gehen zu lassen und sich etwas zu gönnen.

Natürlich bedeutet Sparen nicht, dass sich der Berufsanfänger nichts leisten, sondern sein Geld stattdessen eisern zurücklegen soll. Aber: Gerade für die jüngeren Generationen ist es unverzichtbar, fürs Alter vorzusorgen. Denn das Rentenniveau wird schrittweise abgesenkt und in der Folge wird die gesetzliche Altersrente alleine kaum reichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Fängt der Berufsanfänger schon in jungen Jahren damit an, Geld anzusparen, kommt im Laufe der Jahre ein ordentliches Sümmchen zusammen. Und weil er viel Zeit für seinen Vermögensaufbau hat, reichen schon kleinere Beträge aus. Fängt er hingegen erst mit 40 oder 50 Jahren mit der Altersvorsorge an, muss er sehr viel höhere Beträge anlegen, um auf eine vergleichbare Summe zu kommen.

Wenn es um die richtige Form der Geldanlage geht, so sollte sich der Berufsanfänger am besten von einer unabhängigen Stelle beraten lassen. Denn die Auswahl an Finanzprodukten ist riesig und für den Laien kaum zu überblicken.

Zudem muss die Form der Geldanlage zu den eigenen Wünschen und Zielen passen. Bei einer unabhängigen Beratung kann sich der Berufsanfänger sicher sein, dass ihm Finanzprodukte empfohlen werden, die tatsächlich auf seine Situation abgestimmt sind, statt nur dem Berater eine hohe Provision einzubringen.

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