10 Tipps rund um Ratenkredite, 1. Teil

10 Tipps rund um Ratenkredite, 1. Teil

Wenn eine größere Anschaffung finanziert werden muss, geht es mitunter nicht ohne einen Kredit. Doch bevor der Kreditvertrag unterschrieben wird, sollten ein paar Punkte bedacht werden.

Für die Banken sind Ratenkredite eine wichtige und willkommene Einnahmequelle. Die Geschäftsidee dahinter ist, vereinfacht erklärt, folgende: Für die Spareinlagen, die die Kunden bei einer Bank deponieren, bezahlt die Bank den Kunden niedrige Guthabenzinsen.

Gleichzeitig verwendet die Bank das Geld aus den Spareinlagen, um es zu einem höheren Zinssatz an Kreditnehmer zu verleihen. Die Differenz, die sich daraus ergibt, ist der Gewinn der Bank. Dabei sind die Kreditsumme, die Laufzeit und der Zinssatz bei einem Ratenkredit so berechnet, dass der Kreditnehmer die gesamte Laufzeit über eine gleichbleibende Kreditrate bezahlt.

Die Laufzeiten selbst sind bei einem Ratenkredit deutlich kürzer als beispielsweise bei einer Immobilienfinanzierung. Üblicherweise bewegen sie sich in einem Bereich zwischen 12 und 120 Monaten. Und auch die Kreditsummen, die im Rahmen eines Ratenkredits vergeben werden, sind begrenzt.

Doch selbst wenn sich der Kreditnehmer nur eine eher geringe Summe von der Bank leiht, muss ihm klar sein, dass er durch den Kredit Schulden hat. Die Schulden wiederum muss er pünktlich in monatlichen Raten zurückzahlen. Andernfalls entstehen durch die Verzugszinsen, die die Bank in Rechnung stellt, weitere Kosten.

Schlimmstenfalls drohen außerdem sehr unangenehme Konsequenzen. Leichtfertig sollte sich der Kreditnehmer deshalb nie für einen Kredit entscheiden. Und er sollte ein paar Dinge beachten. In einem zweiteiligen Ratgeber nennen wir 10 Tipps rund um Ratenkredite.

Hier ist der 1. Teil!:

Tipp 1: Ein Kredit sollte wirklich wichtigen Anschaffungen vorbehalten sein.

Grundsätzlich sollte ein Kredit nur dann aufgenommen werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Natürlich kann es passieren, dass das Auto kaputt geht, Waschmaschine oder Kühlschrank den Geist aufgeben oder eine dringende Reparatur am Haus notwendig wird.

Sind die erforderlichen Mittel dafür nicht vorhanden, wird ein Kredit notwendig sein. Für solche Fälle sind Kredite letztlich auch da. Der nächste Familienurlaub, die Weihnachtsgeschenke oder kurzlebige Luxusgüter hingegen sollten nicht auf Pump finanziert werden. Denn durch die Kreditraten, die bezahlt werden müssen, steht in den nächsten Monaten weniger Geld zur Verfügung.

Zudem können sich auch mehrere kleine Raten schnell zu einer ordentlichen Summe auftürmen. Spätestens dann ist die Schuldenfalle oft nicht mehr weit. Als Grundregel gilt deshalb: Mit einem Kredit sollten nur Anschaffungen finanziert werden, die wirklich wichtig sind und nicht aufgeschoben werden können.

Tipp 2: Erst die verfügbaren Mittel ausschöpfen.

Die Zinsen für Sparguthaben sind wesentlich niedriger als die Zinsen, die eine Bank für einen Kredit verlangt. Wenn der Kreditnehmer einen Ratenkredit aufnimmt und gleichzeitig sein Erspartes unangetastet auf dem Konto liegen lässt, tut er damit also nur seiner Bank einen Gefallen.

Sinnvoller ist deshalb, wenn der Kreditnehmer zunächst seine Mittel ausschöpft. Vielleicht können auch Verwandte, Freunde oder der Arbeitgeber mit einem Kredit weiterhelfen. Natürlich sollte der Kreditnehmer nicht alles Geld ausgeben. Einen kleinen Puffer für Notfälle sollte er immer zurückbehalten.

Aber größere Geldsummen, die er angespart hat, kann er guten Gewissens für seine Anschaffungen verwenden. Beim derzeitigen Zinsniveau fährt er damit deutlich besser als durch die Aufnahme eines Kredits.

Tipp 3: Nur soviel Geld aufnehmen, wie tatsächlich benötigt wird.

Viele Banken bieten Ratenkredite mit gestaffelten Kreditsummen und Laufzeiten an. In einem Auswahlfenster kann der Kreditnehmer dann eine Kreditsumme und eine Laufzeit auswählen, um sich so sein Paket zusammenzustellen. Allerdings ist dabei die Versuchung groß, eine höhere Kreditsumme aufzunehmen, als eigentlich benötigt wird. Dieser Versuchung sollte der Kreditnehmer nicht erliegen. Denn jeden Euro, den er aufnimmt, muss er mit Zinsen wieder zurückzahlen.

Zudem ist der Kreditnehmer gut beraten, wenn er im Vorfeld und unabhängig von Kreditangeboten erst einmal ausrechnet, wie viel Kredit er sich überhaupt leisten kann. Entsprechende Kreditrechner gibt es im Internet.

Angenommen, der Kreditnehmer kann jeden Monat 150 Euro für eine Kreditrate aufbringen. Und er möchte seinen Kredit in drei Jahren abbezahlt haben. Bei einem Zinssatz von 4 Prozent ist unter diesen Bedingungen eine Kreditsumme von maximal 5.000 Euro möglich. Kann der Kreditnehmer hingegen jeden Monat 250 Euro zurückzahlen, erhöht sich die maximale Kreditsumme auf knapp 8.500 Euro.

Tipp 4: Eine möglichst kurze Laufzeit wählen.

Ratenkredite werden meist mit Laufzeiten zwischen 12 und 120 Monaten vergeben. Bei einigen Banken ist die Höchstlaufzeit auch kürzer. Von der Laufzeit hängt ab, wie hoch die monatliche Kreditrate ist. Denn die Kreditsumme samt Zinsen und Nebenkosten, die der Kreditnehmer an die Bank zurückzahlen muss, wird gleichmäßig auf die Laufzeit aufgeteilt.

Wählt der Kreditnehmer beispielsweise eine Laufzeit von 60 Monaten, wird die Gesamtsumme durch 60 geteilt. Das Ergebnis dieser Rechnung beziffert die monatliche Kreditrate. Hat der Kreditnehmer die 60 Raten bezahlt, ist der Ratenkredit getilgt. Aus diesem Prinzip ergibt sich, dass die monatlichen Kreditraten umso höher sind, je kürzer die Laufzeit ist.

So mancher Kreditnehmer fühlt sich in der Folge dazu verleitet, lieber eine längere Laufzeit zu wählen, um dadurch die monatliche Belastung zu senken. Allerdings ist das keine gute Idee. Denn je länger die Laufzeit ist, desto höher sind auch die Zinsen, die der Kreditnehmer bezahlt. Eine längere Laufzeit führt somit zu Kosten, die sich der Kreditnehmer sparen könnte.

Natürlich sollte der Kreditnehmer die Ratenhöhe nur so hoch wählen, dass er die Raten während der gesamten Laufzeit sicher stemmen kann. Doch innerhalb seiner finanziellen Möglichkeiten sollte sich der Kreditnehmer für eine möglichst kurze Laufzeit entscheiden.

Dies gilt auch dann, wenn ihm die Bank einen niedrigen Zinssatz bei einer längeren Laufzeit anbietet. Denn selbst wenn der Kreditnehmer bei einer Laufzeit von 48 Monaten nur 3 Prozent Zinsen bezahlen muss, während bei einer Laufzeit von 24 Monaten 4 Prozent fällig werden, kostet ihn die erste Variante mit der längeren Laufzeit unterm Strich mehr.

 

Tipp 5: Keine Restschuldversicherung abschließen.

Viele Banken bieten einen Ratenkredit und eine Restschuldversicherung als Paket an. Auf Vergleichsportalen ist der Abschluss einer Restschuldversicherung als zusätzliche Kreditabsicherung oft ebenfalls als Standard eingestellt. Eine Restschuldversicherung soll das Risiko absichern, dass der Kreditnehmer die Kreditraten nicht aufbringen kann, weil er krank wird, seinen Job verliert oder stirbt.

Und im ersten Moment scheint eine solche Absicherung auch durchaus sinnvoll. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass eine Restschuldversicherung unverhältnismäßig teuer ist. Und durch die zahlreichen Ausschlussklauseln greift sie in vielen Fällen erst gar nicht. Der Kreditnehmer ist deshalb besser beraten, wenn er auf die Versicherung verzichtet.

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