ETF-Gebühren-Eisberg: Was kosten 0,2 %, 1 % oder 2 % wirklich?
Kleine Gebühren wirken oft harmlos, doch über viele Jahre können aus wenigen Zehntelprozenten erstaunlich große Vermögensunterschiede entstehen. Besonders ärgerlich ist, dass nicht nur die sichtbaren Kosten fehlen, sondern auch die Rendite, die dieses Geld künftig hätte erwirtschaften können.

Mit dem ETF-Kosten-Rechner sehen Sie auf einen Blick, wie stark TER, Ausgabeaufschläge und Sparplangebühren Ihr langfristiges Anlageergebnis beeinflussen, verständlich, anschaulich und ohne persönliche Daten preiszugeben:
Interaktiver Kostenvergleich für langfristige Geldanlagen
ETF-Kosten-Rechner: Gebühren und Renditeverlust visualisieren
Bereits kleine jährliche Kostenunterschiede können das langfristige Anlageergebnis deutlich verändern. Dieser Rechner vergleicht zwei Kostenmodelle und zeigt nicht nur die unmittelbar gezahlten Gebühren, sondern auch die Rendite, die auf diese abgezogenen Beträge nicht mehr erwirtschaftet werden kann.
Verglichen werden eine kostengünstige Variante A und eine kostenintensivere Variante B. Beide Varianten verwenden dieselben Annahmen zu Startkapital, Sparrate, Laufzeit und Bruttorendite. Dadurch wird sichtbar, welcher Teil des Ergebnisunterschieds allein durch Produkt- und Transaktionskosten entsteht.
- Direkte Gebühren und entgangenen Zinseszinseffekt getrennt betrachten
- Zwei ETFs, Fonds oder andere Kostenmodelle unter identischen Annahmen vergleichen
- Vermögensentwicklung für 5, 10, 20, 30 und 40 Jahre nachvollziehen
- Auswirkungen von TER, Ausgabeaufschlag und Sparplangebühren erkennen
So funktioniert der Gebührenvergleich
- Tragen Sie Ihr Startkapital, Ihre monatliche Sparrate und die gewünschte Hauptlaufzeit ein.
- Legen Sie eine angenommene jährliche Bruttorendite vor Produktkosten fest.
- Erfassen Sie die Kosten der beiden zu vergleichenden Varianten.
- Der Rechner stellt Endvermögen, direkte Gebühren, entgangene Rendite und den gesamten Vermögensnachteil gegenüber.
- Die Grafiken zeigen zusätzlich, wie sich der Kostenunterschied im Zeitverlauf vergrößert.
Beispielauswertung
Was bewirken 0,20 Prozent und 1,50 Prozent jährliche Kosten?
Die folgende Ausgangsberechnung verwendet 10.000 Euro Startkapital, 300 Euro monatliche Sparrate, 30 Jahre Laufzeit und 6 Prozent angenommene Bruttorendite. Ausgabeaufschläge und feste Ordergebühren sind in beiden Varianten zunächst auf null gesetzt.
Vergleichswert ohne Kosten
- Summe der Einzahlungen
- Rendite vor Kosten
- Modelliertes Endvermögen
Dieser theoretische Vergleichswert dient nur dazu, die gesamte Kostenwirkung sichtbar zu machen. Er stellt kein tatsächlich kostenlos verfügbares Anlageprodukt dar.
Variante A: 0,20 % laufende Kosten
- Endvermögen nach Kosten
- Direkt abgezogene Gebühren
- Entgangene Rendite
- Gesamter Vermögensnachteil
Variante B: 1,50 % laufende Kosten
- Endvermögen nach Kosten
- Direkt abgezogene Gebühren
- Entgangene Rendite
- Gesamter Vermögensnachteil
Unterschied zwischen den Varianten
So viel höher fällt das modellierte Endvermögen der Variante A nach 30 Jahren aus. Der Unterschied entsteht ausschließlich durch die abweichenden Kostenannahmen.
- Kostenunterschied pro Jahr
- Mehrvermögen der günstigeren Variante
Was kostet ein Prozentpunkt?
Ein Prozentpunkt laufende Kosten kann langfristig entscheidend sein
Bei den Beispielannahmen vermindern laufende Kosten von 1 Prozent statt 0 Prozent das modellierte Endvermögen nach 30 Jahren um rund 65.261 Euro. Der Betrag umfasst die direkt abgezogenen Kosten und den entgangenen Zinseszinseffekt.
Der Gebühren-Eisberg: Sichtbare Kosten sind nur ein Teil des Verlusts
Die oberhalb der Wasserlinie dargestellten Gebühren werden unmittelbar aus dem Vermögen entnommen. Unterhalb der Wasserlinie liegt die zusätzliche Rendite, die auf diesen Gebühren während der verbleibenden Laufzeit nicht mehr entstehen kann.
- Direkte Gebühren
- Laufende Produktkosten, Ausgabeaufschläge und feste Transaktionskosten, die tatsächlich vom investierten Betrag oder Anlagevermögen abgezogen werden.
- Entgangene Rendite
- Erträge, die nicht mehr entstehen können, weil die zuvor abgezogenen Gebühren nicht länger investiert sind.
- Gesamter Vermögensnachteil
- Differenz zwischen dem theoretischen Vergleichswert ohne Kosten und dem berechneten Endvermögen nach sämtlichen erfassten Kosten.
Vermögensentwicklung: Der Kostenabstand wächst mit der Zeit
Zu Beginn liegen die drei Kurven noch eng beieinander. Mit wachsendem Anlagevermögen erhöhen sich jedoch sowohl die prozentualen Kosten als auch die entgangenen Erträge auf bereits abgezogene Gebühren.
- Vergleichswert ohne Kosten
- Variante A
- Variante B
Kosten-Zeitleiste für 5, 10, 20, 30 und 40 Jahre
Die Zeitleiste verwendet für jeden Zeitraum dieselben Beispielannahmen. Die Rendite vor Kosten entspricht der Differenz zwischen dem theoretischen Vergleichswert ohne Kosten und der Summe der Einzahlungen.
| Laufzeit | Einzahlungen | Rendite vor Kosten | Direkte Gebühren | Entgangene Rendite | Endvermögen |
|---|---|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 28.000 € | 6.228 € | 214 € | 27 € | 33.987 € |
| 10 Jahre | 46.000 € | 20.651 € | 705 € | 177 € | 65.768 € |
| 20 Jahre | 82.000 € | 86.103 € | 2.913 € | 1.529 € | 163.661 € |
| 30 Jahre | 118.000 € | 231.789 € | 7.757 € | 6.534 € | 335.498 € |
| 40 Jahre | 154.000 € | 521.161 € | 17.232 € | 20.798 € | 637.131 € |
| Laufzeit | Einzahlungen | Rendite vor Kosten | Direkte Gebühren | Entgangene Rendite | Endvermögen |
|---|---|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 28.000 € | 6.228 € | 1.566 € | 200 € | 32.462 € |
| 10 Jahre | 46.000 € | 20.651 € | 5.032 € | 1.286 € | 60.333 € |
| 20 Jahre | 82.000 € | 86.103 € | 19.599 € | 10.677 € | 137.827 € |
| 30 Jahre | 118.000 € | 231.789 € | 48.848 € | 43.799 € | 257.141 € |
| 40 Jahre | 154.000 € | 521.161 € | 100.701 € | 133.616 € | 440.843 € |
So lassen sich die Ergebnisse einordnen
- Eine geringe TER wirkt sich bei kurzer Laufzeit oft nur moderat aus. Mit wachsendem Vermögen steigt der absolute Kostenbetrag jedoch deutlich.
- Ein prozentualer Ausgabeaufschlag reduziert jeden investierten Betrag bereits vor der eigentlichen Anlage.
- Feste Sparplangebühren fallen bei kleinen monatlichen Sparraten prozentual stärker ins Gewicht als bei großen Sparraten.
- Der gesamte Vermögensnachteil ist regelmäßig größer als die Summe der direkt ausgewiesenen Gebühren.
- Niedrige Kosten allein machen ein Produkt nicht automatisch passend. Anlageziel, Risiko, Streuung, Handelbarkeit und Produktstruktur müssen gesondert beurteilt werden.
Berechnungsmethode und Annahmen
Der Rechner simuliert die Vermögensentwicklung monatlich. Die angenommene Jahresrendite wird in eine rechnerisch entsprechende Monatsrendite umgerechnet. Das vorhandene Vermögen entwickelt sich zunächst mit der Bruttorendite. Anschließend werden anteilige laufende Produktkosten berücksichtigt.
Die monatliche Sparrate wird am Ende des jeweiligen Monats eingezahlt. Ausgabeaufschläge und feste Ausführungsgebühren werden unmittelbar von der jeweiligen Einzahlung abgezogen. Für den theoretischen Vergleichswert ohne Kosten wird dagegen der vollständige Betrag investiert.
- Rendite vor Kosten
- Rechnerischer Wertzuwachs bei der eingegebenen Bruttorendite, bevor Produkt- und Transaktionskosten berücksichtigt werden.
- Laufende Produktkosten
- Die eingegebene jährliche Kostenquote wird rechnerisch auf die einzelnen Monate verteilt und vom jeweils vorhandenen Vermögen abgezogen.
- Direkte Gebühren
- Summe der modellierten laufenden Kosten, Ausgabeaufschläge und festen Ausführungsgebühren.
- Entgangener Zinseszinseffekt
- Differenz zwischen dem gesamten Vermögensnachteil und den direkt abgezogenen Gebühren.
- Rundung
- Die Berechnung verwendet intern nicht gerundete Werte. Sichtbare Eurobeträge werden für eine bessere Lesbarkeit gerundet dargestellt.
Beispiel verständlich zusammengefasst
In der Ausgangsrechnung werden insgesamt 118.000 Euro eingezahlt. Ohne Kosten würde daraus bei der angenommenen Rendite ein rechnerisches Vermögen von rund 349.789 Euro entstehen.
Bei Variante A verbleiben nach den modellierten Kosten rund 335.498 Euro. Variante B erreicht rund 257.141 Euro. Der Unterschied von etwa 78.356 Euro entsteht nicht nur durch die höheren direkt abgezogenen Gebühren. Ein erheblicher Teil entfällt auf Erträge, die auf das bereits abgezogene Kapital nicht mehr erwirtschaftet werden.
Datenschutz und lokale Verarbeitung
Für die Nutzung des Rechners sind keine Namen, Kontodaten, Depotunterlagen oder anderen personenbezogenen Angaben erforderlich. Es müssen keine Bilder oder Dokumente hochgeladen werden.
Die spätere Berechnungsfunktion arbeitet ausschließlich lokal im Browser. Die eingegebenen Werte werden nicht an einen externen Rechendienst übertragen und nicht dauerhaft gespeichert.
Häufige Fragen zum ETF-Kosten-Rechner
Was bedeutet TER bei einem ETF oder Fonds?
Die Total Expense Ratio ist eine jährliche Kostenquote für bestimmte laufende Aufwendungen eines Fonds. Sie wird üblicherweise nicht separat vom Konto abgebucht, sondern wirkt sich fortlaufend auf den Wert des Fondsvermögens aus.
Enthält die TER wirklich alle Kosten einer Geldanlage?
Nein. Je nach Produkt und Anbieter können unter anderem Orderkosten, Sparplangebühren, Ausgabeaufschläge, Depotkosten, Handelskosten oder Geld-Brief-Spannen hinzukommen. Der Rechner stellt deshalb zusätzliche Eingabefelder für ausgewählte Kostenarten bereit.
Warum ist der Vermögensnachteil höher als die direkt gezahlten Gebühren?
Abgezogene Gebühren stehen nicht mehr für die weitere Anlage zur Verfügung. Deshalb fehlen nicht nur diese Beträge selbst, sondern auch die Rendite, die darauf während der restlichen Laufzeit hätte entstehen können.
Ist der Vergleichswert ohne Kosten realistisch erreichbar?
Der Wert ist eine rechnerische Referenz und keine Produktempfehlung. Praktisch entstehen bei Geldanlagen regelmäßig Kosten. Der Referenzwert hilft lediglich dabei, die gesamte Kostenwirkung verständlich zu beziffern.
Berücksichtigt der Rechner Steuern und den Sparer-Pauschbetrag?
Nein. Steuerliche Auswirkungen hängen unter anderem von der persönlichen Situation, der Anlageform, möglichen Ausschüttungen, realisierten Gewinnen und geltenden Freibeträgen ab. Der Rechner konzentriert sich auf den Kostenvergleich vor individuellen Steuern.
Kann aus dem Ergebnis eine Produktempfehlung abgeleitet werden?
Nein. Die Kosten sind nur ein Auswahlkriterium. Risiko, Anlagestrategie, Streuung, Liquidität, Replikationsmethode, Fondsvolumen, Tracking Difference und persönliche Anlageziele können ebenfalls relevant sein.
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