Was sind sichere Banken?

Was sind sichere Banken?

Viele Sparer möchten sich nicht mit den Mini-Zinsen begnügen, die ihnen ihre Hausbank fürs Sparkonto anbietet. Auf der Suche nach einer Alternative treffen sie dann – zum Beispiel bei Vergleichen im Internet – auf verschiedenste Banken.

Was sind sichere Banken

Einige Banken kennen sie, von anderen Banken haben sie noch nie etwas gehört. Teils sind es deutsche Banken, teils Banken aus dem Ausland. Und oft versprechen gerade die Banken attraktive Zinsen, die wirtschaftlich auf wackeligen Beinen stehen oder aus finanzschwachen Ländern stammen.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch das Bankensystem in europäischen Ländern in eine Schieflage geraten kann. Island, Zypern oder Griechenland sind Beispiele. Für die Bankkunden bedeutet eine solche Situation, dass sie sich Sorgen machen müssen, ob sie ihre Einlagen jemals wiedersehen.

Deshalb raten Experten dazu, das eigene Geld nur sicheren Banken anzuvertrauen. Aber: Was sind sichere Banken? Diese Frage beantworten wir im Folgenden!:

Zwei Kriterien für sichere Banken

Heutzutage braucht praktisch jeder ein Bankkonto. Allerdings ist den wenigsten Bankkunden bewusst, dass ihr Geld ab dem Moment, in dem es sich auf dem Bankkonto befindet, nicht mehr ihnen gehört. Rein rechtlich gesehen wird es vielmehr zum Eigentum der kontoführenden Bank.

Diese wiederum nutzt das geliehene Geld, um damit Gewinne zu erwirtschaften, die im Idealfall höher sind als die Zinsen, die sie den Bankkunden auszahlt. Das gilt für Girokonten genauso wie für Tagesgeld-, Festgeld- und andere Sparkonten.

Experten raten deshalb, Geld und Ersparnisse grundsätzlich nur bei sicheren Banken anzulegen. Auch wenn die sicheren Banken oft niedrigere Zinsen in Aussicht stellen als andere Geldhäuser. Bleibt aber die Frage, was denn nun sichere Banken sind.

Eine Bank gilt dann als sicher,
wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:

  1. Die Einlagen der Bankkunden sind über einen Sicherungsfonds in einem finanzstarken Land geschützt.
  2. Die Bank selbst weist eine gute Bonität auf.

Für sich alleine garantiert keine Bedingung absolute Sicherheit. Deshalb sollte die jeweilige Bank immer beide Bedingungen erfüllen. Außerdem sollte der Bankkunde problemlos überprüfen können, wie es mit den genannten Kriterien aussieht.

  1. Bedingung für sichere Banken: Die Einlagensicherung ist durch ein finanzstarkes Land garantiert.

Kommt es innerhalb der EU zu einer Bankpleite, sind die Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Bankkunde und Bank gesetzlich abgesichert. Handelt es sich um ein Gemeinschaftskonto, das zum Beispiel ein Ehepaar hat, erhöht sich die Absicherung auf 200.000 Euro.

Durch die Einlagensicherung hat der Bankkunde einen gesetzlichen Anspruch auf eine Entschädigung, wobei die garantierte Summe auch Zinszahlungen einschließt. Im schlimmsten Fall kann der Bankkunde die Entschädigung vor Gericht einklagen.

Damit die Banken den gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung erfüllen können, haben sie Sicherungsfonds gebildet. Dabei haften die Banken gegenseitig für die Einlagen der Bankkunden. Finanziert werden die Sicherungsfonds durch Mitgliedsbeiträge.

Geht eine Bank pleite und reicht das Geld im Sicherungsfonds nicht aus, um damit alle Bankkunden zu entschädigen, kann der Fonds Nachforderungen von seinen Mitgliedern verlangen. Allerdings kann und muss der Sicherungsfonds die gesetzlich geschützten Einlagen nicht in voller Höhe abdecken.

Wäre das der Fall, könnten die Banken mit den Einlagen der Bankkunden nicht mehr arbeiten. Deshalb besagt eine EU-Regel, dass der Sicherungsfonds nur 0,8 Prozent der Einlagen enthalten muss.

Sollte es zu einer schweren Krise im Bankensektor kommen und gehen eine oder mehrere Banken bankrott, müssten die übrigen Banken also einspringen und Geld nachlegen. So ist die Idee des Systems. Im Fall einer Bankenkrise ist jedoch fraglich, ob die anderen Banken dazu überhaupt in der Lage sind.

Und selbst wenn, würden sie sich vermutlich weigern, die Einlagen der Konkurrenz zu zahlen. Wahrscheinlicher ist deshalb, dass der jeweilige Staat zu Hilfe kommen müsste. Nun kann ein Staat aber nur dann glaubhaft eine Garantie für die Einlagen der Bankkunden geben, wenn er selbst wirtschaftlich stabil und finanziell stark ist.

Die erste Bedingung für eine sichere Bank ist somit, dass hinter der Einlagensicherung ein Staat mit guter Bonität steht.

Beurteilt wird diese von Ratingagenturen. Maßgeblich sind dabei die drei großen Agenturen Moody`s, Standard & Poor‘s und Fitch Ratings. Wenn diese drei Agenturen die Bonität eines Landes im Langzeit-Rating mit den Bestnoten AAA oder AA bewerten, ist die erste Bedingung erfüllt.

Aktuell gibt es eine ganze Reihe von EU-Ländern, bei denen diese Vorgabe gegeben ist. Dazu zählen zum Beispiel Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Österreich.

  1. Bedingung für sichere Banken: gute Bonität

Besser als auf die Einlagensicherung zu vertrauen, ist aber, wenn eine Bank erst gar nicht darauf zurückgreifen muss. Aus diesem Grund sollte sich der Bankkunde für eine Bank entscheiden, die eine gute Bonität hat. Auch hier sind wieder die Bewertungen der Ratingagenturen maßgeblich.

Die zweite Bedingung für eine sichere Bank ist, dass alle drei Ratingagenturen die Bonität der Bank mit mindestens BBB bewerten.

Die Note BBB oder besser gilt als solider Wert, Experten sprechen an dieser Stelle von einer investitionswürdigen Beurteilung.

Der Bankkunde sollte dabei stets die schlechteste Note im Blick haben. Beurteilt eine Agentur die Bonität der Bank beispielsweise mit BBB, vergibt eine andere Agentur aber eine schlechtere Note, ist die Bedingung für eine sichere Bank nicht erfüllt. Allerdings kann es sein, dass eine Bank nur eine oder zwei Noten hat.

Denn nicht alle Agenturen bewerten alle Banken. Aus diesem Grund ist die Bedingung auch dann erfüllt, wenn die Bank mindestens einmal die Note A hat. Bei dieser guten Note ist es nämlich sehr unwahrscheinlich, dass eine andere Agentur die Bonität deutlich schlechter beurteilen würde.

Die Praxis zeigt, dass die drei großen Ratingagenturen in ihren Bewertungen so gut wie nie mehr als eine Note auseinander liegen.

Eine andere Schwierigkeit bei der Bewertung von Banken liegt darin, dass die Tochterbanken von internationalen Großkonzernen zum Teil keine eigenen Beurteilungen haben. In diesem Fall kann sich der Bankkunde an der Note der Konzernmutter orientieren.

Allerdings sollte die Konzernmutter mindestens 75 Prozent Anteile an der Tochterbank halten. Diese Anteile sind notwendig, damit der Mutterkonzern das Sagen hat. Hält ein Anteilseigner mehr als 25 Prozent, kann er die sogenannte Sperrminorität ausspielen und zum Beispiel wichtige Beschlüsse verhindern.

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