Die 5 wichtigsten Punkte vor einem Ratenkauf

Die 5 wichtigsten Punkte vor einem Ratenkauf

Gleich mitnehmen, aber erst später und gleichzeitig in kleinen Beträgen bezahlen: Ein Ratenkauf scheint eine gute Möglichkeit zu sein, um sich auch größere Wünsche und teurere Anschaffungen zu gönnen, ohne gleich ein riesiges Loch in die Haushaltskasse zu reißen.

Ratenkauf

Umfragen zufolge erwartet rund jeder zweite Verbraucher, dass für kostspieligere Konsumgüter wie Fernseher, Smartphones, Computer oder Möbel eine Finanzierungsmöglichkeit angeboten wird.

Und der Bankenfachverband hat im Jahr 2017 festgestellt, dass etwa 61 Prozent der Ratenkäufe gar nicht erfolgt wären, wenn es nur die Möglichkeit einer sofortigen Bezahlung gegeben hätte.

Nur: So verlockend Ratenkäufe, Null-Prozent-Finanzierungen und andere klangvolle Finanzierungsangebote auch sind – letztlich sind es Kredite. Und Kredite müssen nicht nur zurückbezahlt werden. Vielmehr können sich in den Verträgen auch noch zusätzliche Kostenfallen verstecken. Bevor ein Vertrag unterschrieben wird, sollten deshalb ein paar Dinge geklärt sein.

Die fünf wichtigsten Punkte vor einem Ratenkauf haben wir in der folgenden Liste zusammengestellt:

 

Punkt 1: der Bedarf

Bevor es ins Geschäft geht, sollte der Verbraucher für sich überlegen, was gekauft werden muss oder soll und wie teuer es werden darf. Diese Überlegungen sollten unabhängig davon erfolgen, ob die Möglichkeit eines Ratenkaufs besteht. Denn selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob die Waschmaschine oder der Kühlschrank kaputt ist und unbedingt ersetzt werden muss. Oder ob es lediglich darum geht, das voll funktionsfähige Smartphone gegen ein Modell der neuesten Generation auszutauschen.

Wichtig bevor die Wahl auf ein bestimmtes Produkt fällt, ist außerdem, einen Preisvergleich durchzuführen. Denn bloß weil ein Händler eine Null-Prozent-Finanzierung oder einen attraktiven Ratenkauf anbietet, heißt das nicht, dass das Produkt ebenfalls einen guten und fairen Preis hat. Möglicherweise ist es woanders kostengünstiger zu haben.

 

Punkt 2: das Budget

Angebote für Ratenkäufe scheinen auf den ersten Blick sehr einfach und unkompliziert. Schließlich muss der Verbraucher nur einen Vertrag unterschreiben, in dem er sich dazu verpflichtet, den vereinbarten Preis in monatlichen Raten zu bezahlen. Das Produkt bleibt zwar Eigentum des Händlers, bis es komplett bezahlt ist. Aber der Kunde kann es gleich mitnehmen und nutzen.

Doch in Wahrheit ist das Ganze komplexer. Denn ein Ratenkauf ist immer ein Kredit. Diesen Kredit wiederum gewährt nicht der Händler, sondern ein Kreditinstitut, mit dem der Händler zusammenarbeitet. Im Prinzip vermittelt der Händler also in seinen Verkaufsräumen einen Kredit seines Partners. Der Verbraucher bekommt dadurch einen neuen Vertragspartner, nämlich die Bank. Und gegenüber dieser Bank muss er den abgeschlossenen Kreditvertrag erfüllen.

Grundsätzlich gilt deshalb, dass der Verbraucher erst dann einen Ratenkauf tätigen sollte, wenn er sichergestellt hat, dass er den Kredit bezahlen kann. Auch kleine Monatsraten können schließlich zur großen Belastung werden, wenn das Geld ohnehin knapp ist. Außerdem wird selbst eine Null-Prozent-Finanzierung zur teuren Angelegenheit, wenn für die Raten der Dispo herhalten muss.

 

Punkt 3: der Kauf

Mit Hinweisen darauf, dass die Finanzierungsangebote nur für eine kurze Zeit gelten oder dass ein Produkt zu diesem günstigen Preis nur in begrenzter Stückzahl vorhanden ist, soll der Verbraucher zu einer schnellen Entscheidung verleitet werden. Tatsächlich besteht aber kein Grund zur Eile.

Denn selbst wenn der Verbraucher dieses eine Angebot verpassen sollte, wird es mit Sicherheit nicht lange dauern, bis ein vergleichbares Angebot beworben wird. Statt sich also vorschnell zu einem Ratenkauf verleiten zu lassen, sollte der Verbraucher lieber gut überlegen, ob er das Produkt braucht und langfristig bezahlen kann.

Standhaft sollte der Verbraucher außerdem bleiben, wenn der Verkäufer ein anderes, teureres Produkt vorschlägt: „Warum nehmen Sie den Fernseher nicht eine Nummer größer? Die Bildqualität ist besser und das Gerät XY hat mehr Funktionen. Durch die Null-Prozent-Finanzierung kostet Sie das ja nichts.“ Kostenlos gibt es bei einem Kredit aber nicht!

Denn ein höherer Kaufpreis führt dazu, dass entweder die monatliche Rate höher oder die Laufzeit länger ist. Manchmal auch beides. Der Verbraucher sollte also immer im Hinterkopf behalten, dass er den kompletten Kaufpreis abbezahlen muss. Und es macht wenig Sinn, mehr Schulden zu machen, als nötig.

 

Punkt 4: der Vertrag

Bevor der Verbraucher den Vertrag für den Ratenkauf unterschreibt, sollte er sich die Unterlagen sehr genau anschauen. Natürlich mag es mühsam sein, sich durch seitenlange Dokumente zu arbeiten.

Aussagen wie „Wir haben ja alles besprochen. Und die Klauseln sind sowieso immer die Gleichen.“ zählen an dieser Stelle nicht. Immerhin geht der Verbraucher durch seine Unterschrift eine längere Zahlungsverpflichtung ein. Ist ihm etwas unklar, sollte er nachfragen und sich die entsprechende Vereinbarung erklären lassen. Nur so lassen sich böse Überraschungen vermeiden.

 

Punkt 5: das Kleingedruckte

Gerade bei einem Ratenkauf können sich im Kleingedruckten verschiedene Fallstricke verbergen. So sind zum Beispiel gerne Zusatzverträge enthalten, etwa für eine kostenpflichtige Garantieverlängerung oder eine Ratenschutz- und Restschuldversicherung.

Solche Vereinbarungen sind aber in vielen Fällen überflüssig und zudem überteuert. Manchmal sehen die Verträge neben der eigentlichen Finanzierung für den Kaufpreis auch einen Rahmenkredit als finanziellen Puffer für weitere Anschaffungen vor. Anders als die Null-Prozent-Finanzierung des Kaufpreises werden für den Rahmenkredit aber Zinsen fällig.

Nicht selten gibt es außerdem gleich noch eine kostenpflichtige Kreditkarte mit dazu. Der Verbraucher sollte also genau hinsehen, ob er wirklich nur seinen Ratenkauf finanziert.

Eine weitere Stolperfalle ist die: Der sehr attraktive Zinssatz gilt nur für einen bestimmten Zeitraum. Um den Kaufpreis in dieser Zeit komplett abzustottern, reicht die vereinbarte Monatsrate aber nicht aus. Folglich verwandelt sich die anfänglich attraktive Finanzierung irgendwann in einen ziemlich teuren Spaß.

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